Ein Abend der Leidenschaft und Begeisterung

Die Rapper Ballantine (l.) und Cris kommen aus Arnsberg.
Die Rapper Ballantine (l.) und Cris kommen aus Arnsberg.
Foto: WP
Junge Musiker, Tänzer und Künstler aus der Region zeigen bei der „OpenStage 4.0“, was sie draufhaben.

Neheim.  Eine Chance, vor Publikum aufzutreten, ist für viele gerade junge Künstler meist heiß begehrt. Sie können so ihre Kreativität mit anderen teilen, können mit ihrem Schaffen begeistern und Anerkennung für harte Arbeit erfahren. Doch oft ist es schwierig, den Schritt auf die Bühne zu machen. Außer die Jungs und Mädels vom „KulturAlarm“ sind wieder am Werk: Bereits zum vierten Mal organisierten sie vergangenen Samstag eine „Open Stage“ - eine Kulturveranstaltung, wo jeder, der Lust hat, zum Darsteller wird.

Die jungen Organisatoren aus der Gruppe „KulturAlarm“ haben es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Arnsbergern Kultur nicht nur näher zu bringen, sondern ihnen auch eine aktive Szene zu bieten, in der sie selbst mitgestalten können. Da ist ein Abend mit offener Bühne das perfekte Mittel, auch unerfahrene Künstler aus allen Richtungen vor das Publikum zu bringen.

Vom Rapperduo über den Alleinunterhalter bis zur Tanzgruppe, bei der „OpenStage 4.0“ in der Werkstattgalerie „Der Bogen“ gab es ordentlich Abwechslung für die über 60 Besucher am Samstag. Das Publikum war dabei ebenso gemischt wie das Bühnenprogramm: jung und alt gleichermaßen füllten den Saal, manche stehend, manche sitzend. Die Atmosphäre spiegelt den Geist der Veranstaltung: locker, spontan, unverkrampft.

Kultur für jedermann

Unterstützt von der Bürgerstiftung und dem Kulturbüro der Stadt Arnsberg stemmen die

jungen Arnsberger des „KulturAlarm“ mal eben neben Studium und Arbeit die Organisation ihrer Open Stage. Eine Arbeit, die sich für Raphael Röhrig allemal auszahlt: „Wir wollen hier in Arnsberg jungen Künstlern einen Raum bieten, um sich zu präsentieren“, sagt er.

Die jungen Kulturmacher belohnten die Organisatoren mit Dank und Anerkennung, wie Raphaels Mitstreiterin Inga Münstermann erzählt: „Bei der ersten Open Stage vor zwei Jahren hatten wir noch Probleme, den Abend rumzukriegen. Heute haben wir mit neun Auftritten ein randvolles Programm.“

Vielfalt bringt schnelle Stilwechsel

Offenheit und Vielfalt sind die Devise. Ohne Eintrittspreis, Gagen und mit der Unterstützung und harten Arbeit vieler engagierter Helfer wird der Faktor Geld so gut wie nur möglich aus der Veranstaltung rausgehalten. Das ist Arnsberger Musik, Kunst, Charakter für jeden.

Klar, dass es hier auch altbekannte Gesichter aus der Arnsberger Musikszene zu sehen gibt. Justin Weers, der mit seiner Band „Alle meine Freunde“ und seinen Projekten im Jugendbegegnungszentrum Liebfrauen viel für junge Musikbegeisterte in Arnsberg tut, ist allein auf der Bühne, spielt mit Gitarre, Keyboard und einer Loopmachine seine selbst geschriebenen Lieder. Die sind punkig-cool und machen Laune.

Gleich nach ihm dann die Kehrtwende: die beiden Arnsberger Rapper Cris & Ballantine performen ihre eigenen Songs, mal nachdenklich, mal stimmungsgeladen. Manch einer im Publikum nickt wie es sich gehört auch mit dem Kopf.

Vom HipHop wieder eine Kehrtwende: ein junger Mann kommt mit seiner kleinen „Reisegitarre“ auf die Bühne - ganz wie Ed Sheeran und Co. Marvin Reinhardt ist 15 und Singer-Songwriter aus Soest. Er reißt das Publikum nicht nur mit Coverversionen seiner Lieblingslieder vom Hocker.

Ed Sheerans „I See Fire“ singt er gefühlvoll, kann aber auch dessen HipHop-Hommage „You Need Me, I Don’t Need You“: perkussive Gitarrenklänge, der Text wird gerappt. Schnell und auf Englisch natürlich. Das Lied ist gute 10 Minuten lang, Marvin bringt immer noch seine eigenen kleinen Akzente ein. Im Publikum stehen durchaus einige Münder offen. Der 15-Jährige begeistert seine Zuhörer, gerade weil die sehen und hören, wie sehr er die Musik liebt und lebt.

Das Publikum kommt den ganzen Abend über immer wieder ins Staunen: Weil niemand weiß, was er zu erwarten hat, ist der Überraschungseffekt umso größer, wenn dann junge Kreative aus Arnsberg und Umgebung auf die Bühne gehen und zeigen, was sie draufhaben.

 
 

EURE FAVORITEN