Dirk Wiese (SPD) kämpft für mehr Rot im Sauerland

Dirk Wiese (SPD) kämpft für mehr Rot im Sauerland. Er hat ein eigenes Zehn-Punkte-Programm für den Bundestagwahlkampf aufgestellt.
Dirk Wiese (SPD) kämpft für mehr Rot im Sauerland. Er hat ein eigenes Zehn-Punkte-Programm für den Bundestagwahlkampf aufgestellt.
Foto: WP
Für die SPD tritt Dirk Wiese aus Brilon als Direktkandidat im HSK bei der Bundestagswahl an. Er kämpft für mehr Rot im Sauerland.

Brilon.. Dirk Wiese aus Brilon ist der Direktkandidat für die SPD im HSK bei der Bundestagswahl. Ein Interview.

Was hat Sie zur Kandidatur um das Direktmandat bewogen?

Dirk Wiese: Eines meiner Lieblingszitate von Willy Brandt lautet: „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“ Für mich heißt das, wenn man konkrete Ideen hat und etwas ändern will, darf man nicht warten, bis ein anderer kommt und das umsetzt, was man sich vorstellt - man muss selber aktiv werden. So bin ich zur Politik gekommen. Die CDU wollte 2004 Franz Schrewe in Brilon abwählen. Wörtlich hieß es, das „rote Rathaus“ solle gestürmt werden. Das fand ich politisch falsch und im Wortlaut völlig verfehlt. So fing es an.

Was hat zu der Politikmüdigkeit auf allen Ebenen geführt und warum gehören Sie zu den Ausnahmen in Ihrer Generation?

Ich weiß nicht, ob man von Politikmüdigkeit sprechen kann. Ich erlebe in vielen Gesprächen das Gegenteil. Bürgerbeteiligung ist gefragt wie noch nie. In vielen Orten bilden sich Bürgerinitiativen. Den Menschen reicht es nicht, nur alle vier Jahre Volksvertreter zu bestimmen, sie wollen Politik das ganze Jahr lang aktiv mitgestalten. Ich finde das gut und richtig. Gerade junge Menschen benutzen häufig Medien wie Facebook, Twitter oder andere Netzwerke, um Bürgerinitiativen zu unterstützen. Das zeigt mir, wie groß das Interesse an Politik ist.

Wo in der Partei verorten Sie sich mit Ihren Themen und Ansichten?

Mittendrin. Ich stehe für wirtschaftliche Kompetenz, soziale Gerechtigkeit und ein gutes Miteinander der Generationen.

Was sind Ihre drei großen Themen für den heimischen Wahlbezirk und wie werden Sie sie angehen?

Als Teil der Industrieregion Südwestfalen ist der HSK gut aufgestellt. Damit das so bleibt, muss der HSK fit für die Zukunft gemacht werden. Deshalb habe ich einen 10-Punkte-Plan für die Zukunft des Sauerlands entwickelt. Lückenloser Breitbandausbau, Leerstands-Bekämpfung, Schaffung leistungsfähiger Infrastruktur auf Schiene und Straße und flächendeckende ärztliche Versorgung sind neben den Kernthemen der SPD, wie sicheren Renten, gesetzlicher Mindestlohn und der Bekämpfung des Missbrauchs in der Leih- und Zeitarbeit, meine Kernthemen im HSK.

Euro-Krisen in Zukunft vermeiden mit Regeln für die Finanzmärkte

Wie hätten Sie die Euro-Krise bekämpft und was würden Sie tun?

Es gibt dort zwei Baustellen. Zum einen müssen wir mit den Folgen der Krise umgehen, zum anderen müssen wir zukünftige Krisen verhindern. Peer Steinbrück hat ein hervorragendes Konzept vorgelegt, das Regeln für die Finanzmärkte schafft. Denn es kann nicht sein, dass sich Banken mit den Spareinlagen der Bürger verspekulieren und die Bürger dann die Banken mit ihren Steuergeldern retten müssen, weil sonst ihre Spareinlagen weg sind. Deshalb fordern wir unter anderem eine klare Trennung von Spekulationsgeschäften und Einlagengeschäften. Was die Folgen in den betroffenen Ländern angeht: Die durch Frau Merkel verordnete strikte Sparpolitik klingt zwar zunächst gut, kostet die Steuerzahlenden aber Milliarden. Denn ohne Investitionen kommt die Wirtschaft in den betroffenen Ländern nicht auf die Beine und wir müssen erneute Finanzhilfen leisten. Darüber hinaus sind Jugendarbeitslosigkeitsquoten von über 50 Prozent sozialer Sprengstoff, der schnell auch uns betreffen kann.

Ab wann ist man ein Besserverdiener und müsste mehr Steuern zahlen?

In den Zeiten der CDU geführten Regierung unter Kohl belief sich der Spitzensteuersatz auf 53 Prozent. Von diesen Summen sind die Pläne der SPD weit entfernt. Uns geht es auch nicht darum, Besserverdiener zu besteuern, sondern darum, dass Höchstverdiener einen größeren Beitrag leisten, denn starke Schultern können mehr tragen. Betroffen sind bei Singlehaushalten Einkommen über 100.000 Euro und bei Ehepaaren über 200.000 Euro.

Welchen Wahlausgang im HSK wünschen Sie sich, mit welchen Koalitionen rechnen Sie und welche schließen Sie aus?

Ich kämpfe für mehr Rot im Sauerland. Den Ausgang der Wahl entscheiden die Wählerinnen und Wähler am Wahlsonntag. Bis dahin werde ich für meine Positionen werben und versuchen, die Bürger von unseren Themen und von meiner Person zu überzeugen. Für die SPD ist klar: Wir kämpfen für Rot-Grün!

 
 

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