Berufsbegleitendes Studium fordert viel Einsatz

Foto: bbz
B eruf und Studium unter einem Dach: Benedikt Huxol aus Sundern stellt sich beim bbz Arnsberg dem dualen Studium Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau. Er braucht viel Eigenmotivation und Disziplin.

Arnsberg/Sundern..  Neugier, Biss und Konsequenz bringen sie mit, gepaart mit Spaß am Lernen und Lust auf neue Themen. Diese Mischung führt sie zum Ziel „Wirtschaftsingenieur Maschinenbau“. Der Weg dorthin ist kein Spaziergang, dennoch schlagen immer mehr diese Marschroute ein: Dual studieren – neben Ausbildung oder Beruf. Dafür hat sich auch Benedikt Huxol aus Sundern entschieden. Diese Möglichkeit gibt es direkt vor der Haustür in Arnsberg: Im bbz, dem Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Südwestfalen, wird seit 2013 der duale Bachelorstudiengang „Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau“ in Kooperation mit der Fachhochschule Südwestfalen angeboten.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Studieren, weiterhin Geld verdienen, die neuesten Erkenntnisse direkt in die Praxis umsetzen – davon profitieren Studenten und Betriebe.

Ein Sprung auf der Karriereleiter machte es für Benedikt Huxol erforderlich, erneut die Schulbank zu drücken.

Nach dem Abitur wollte Benedikt Huxol erst einmal weg von der Theorie und eine praktische Tätigkeit ausüben. Huxol begann eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Firma BJB in Neheim, einem Weltmarktführer der Leuchtenindustrie. Seine überdurchschnittlichen Leistungen in seiner Ausbildung überzeugten auch den Arbeitgeber: „Wir wollen gute Leute ans Haus binden“, erläutert Personalreferent Marc Wenzel. Die Übernahme von Auszubildenden und das Angebot, berufsbegleitende Studiengänge zu absolvieren, sieht Wenzel als wichtiges Instrument, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Qualifizierte Mitarbeiter ins Sauerland zu holen sei schwierig, da setzt das Unternehmen mit seinen 550 Mitarbeitern auf Eigengewächse und deren Entwicklung.

Für Benedikt Huxol bot sich nach dem Ende der Ausbildung die Chance, eine Stelle im Einkauf zu erhalten. Hier ist er unter anderem verantwortlich für Preise sowie Lieferantenauswahl und -entwicklung. Für diesen Arbeitsplatz aber ist ein Studium Voraussetzung. Dem heute 24-jährigen gefiel das Angebot: „Die Kombination aus Technik und Betriebswirtschaft finde ich sehr interessant.“ So kann er während des Studiums auf seine kaufmännischen Kenntnisse aufbauen, beim Maschinenbau hingegen betritt er komplettes Neuland: „Das ist teilweise eine größere Herausforderung für mich als für andere.“

Von Vorteil ist, dass er die Inhalte direkt mit der Praxis verbinden kann, im Zweifelsfall Unterstützung von seinen Kollegen erfährt. Das eröffnet Huxol neue Horizonte. Der Wirtschaftsingenieur sei als Schnittstelle hervorragend, um beide Seiten zu verstehen. „Ich will wissen, wie die Produkte funktionieren, um mich mit technischen Verkäufern auf Augenhöhe verständigen zu können.“ Das gelingt ihm zu Beginn des vierten Semesters immer besser.

Dass diese Doppelbelastung eine große Herausforderung ist, wissen beide Seiten: Das Studium besteht zu 75 Prozent aus Selbstlernphasen, hinzu kommen Präsenzphasen zum Vertiefen des Lernstoffes jeweils 14-tägig samstags im bbz Arnsberg. Huxol muss konsequent dran bleiben: „Disziplin und Interesse fürs Thema muss man mitbringen, sonst quält man sich.“ Man müsse sich von vornherein über die hohe Belastung und Einschnitte im privaten Bereich klar sein, ergänzt Personalreferent Wenzel. Wer berufsbegleitend studiert, den zeichne eine hohe Eigenmotivation aus. Und die wird belohnt:

Das Unternehmen BJB unterstützt die Studierenden finanziell und übernimmt die Kosten fürs Studium, Experten aus anderen Abteilungen stehen mit Rat und Tat zur Seite.

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