Berndes holt Produktion zurück aus Asien

Berndes Geschäftsführer Marcus Linnepe
Berndes Geschäftsführer Marcus Linnepe
Foto: WR

Arnsberg. Der Hüstener Kochgeschirrhersteller Berndes will seine Produktion von China mehr und mehr an den Standort im Gewerbegebiet Wiebelsheide verlagern. Die Auslastung hier soll erhöht werden, berichtete Geschäftsführer Marcus Linnepe im Vorfeld der am Freitag beginnenden Messe „ambiente“, wo Berndes Neuheiten vorstellen wird.

In den vergangenen Monaten hat sich auch in der Struktur des Unternehmens viel Neues ergeben. Die Industriebeteiligungsfirma CFC aus Dortmund, die vor fünf Jahren bei Berndes eingestiegen war, hat im Dezember auch die letzten 30 Prozent vom ehemaligen Gesellschafter Gerd Kloppsteck aus der Nachfolge der Gründerfamilie übernommen. CFC und eine von ihr verwaltete Kapitalgesellschaft halten jetzt alle Anteile und sind auch Eigentümer der Immobilie in der Wiebelsheide.

„Vor fünf Jahren, als wir eingestiegen sind, war Berndes ein Sanierungsfall: Hoch verschuldet, wenig Innovationen und nicht gut vertreten auf den internationalen Märkten“, sagt Geschäftsführer Marcus Linnepe, der auch Vorstandsvorsitzender der CFC ist. Mit seiner Beteiligung strebe er eine langfristige Entwicklung von Berndes an. „Wir sind keine Heuschrecke“.

Vor diesem Hintergrund sei auch die höhere Auslastung der Produktionskapazitäten in Arnsberg zu sehen. Diese soll aber zunächst mit dem Mitarbeiterstamm von rund 110 Mitarbeitern in Hüsten geschafft werden.

„In Spitzenzeiten wurden mal 70 bis 80 Prozent der Produkte in Asien hergestellt“, berichtet Linnepe. „Wir haben den Einkauf dort bereits erheblich reduziert.“

Neue Maschine für Keramik-Beschichtung

In Arnsberg werde jetzt im Zwei-Schicht-Betrieb gefertigt. Die hochwertige Markenware, für die Berndes stehe, hier zu fertigen, rechne sich auch betriebswirtschaftlich, weil beispielsweise Lager- und Transportkosten deutlich geringer seien.

Auf der Messe in Frankfurt wird Berndes an einem komplett neu gestalteten Stand seine Produkte präsentieren. Eine besondere Neuigkeit wird dabei eine Kochgeschirrserie sein, die Keramikbeschichtet ist. „Das ermöglicht eine deutlich höhere Hitzebeständigkeit, zum Beispiel beim Anbraten“, erläutert Linnepe. Zudem könne damit eine Farbigkeit erreicht werden, die momentan sehr gefragt ist.

Extra für diese Geschirr-Reihe wird im März eine neue Keramik-Beschichtungsmaschine in Hüsten aufgestellt.

Auf der Frankfurter Messe wird Fernsehkoch Nelson Müller die Produkte an zwei Tagen präsentieren. „Wir waren früher die ersten, die mit Alfred Biolek einen bekannten Koch unter Vertrag hatten. Jetzt haben wir für zwei Jahre eine Kooperation mit Nelson Müller vereinbart“, freut sich Marcus Linnepe. Müller wird am Sonntag auch bei einer doppelten Geburtstagsparty auf der „ambiente“ kochen: Dann feiert Berndes das 90-jährige Bestehen und Nelson Müller seinen eigenen 32. Geburtstag.

Info:

Rüttgers sitzt im Aufsichtsrat

2003 gründete Marcus Linnepe CFC als reines Beratungsunternehmen. 2006 wurde der Geschäftszweck erweitert: Industriebeteiligungen sind seitdem auch Geschäftszweck. Seit 1. Januar 2010 ist die CFC eine AG.

An CFC ist neben Marcus Linnepe auch Silvia Quandt (Tochter aus der Industriellenfamilie Quandt, u.a. BMW) beteiligt.

CFC hält derzeit drei Beteiligungen: Die Elcon Systemtechnik, die Letron Elektronic und die Firma Berndes.

Im Aufsichtsrat von CFC und damit indirekt auch von Berndes ist seit dem 1. Januar 2011 der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU).

 
 

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