Begegnungen im Zeichen der Freundschaft

Diese Gedenktafel erinnert künftig an den 50. Jahrestag der Um­bettung von Franz Stocks Leichnam von Paris nach Chartres im Norden Frankreichs.
Diese Gedenktafel erinnert künftig an den 50. Jahrestag der Um­bettung von Franz Stocks Leichnam von Paris nach Chartres im Norden Frankreichs.
Foto: WP

Chartres/Arnsberg.  Franz Stock gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft. Auch 65 Jahre nach seinem Tod sind seine Leistungen für die Aussöhnung und Verständigung zwischen den beiden Ländern immer noch deutlich spürbar.

Am vergangenen Wochenende reisten rund 100 Teilnehmer - darunter elf Jugendliche - aus Arnsberg und Umgebung zu den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Um­bettung von Franz Stocks Leichnam nach Chartres im Norden Frankreichs.

Neben dem Besuch eines Dankgottesdienstes am Sonntag standen viele weitere Punkte zu Ehren des gebürtigen Neheimers auf dem Programm der viertägigen Reise.

Das erste Ziel führte die Delegation zur Gedenkstätte des Mont ­Valérien. Hier betreute Franz Stock von 1941 bis 1944 als Standort­pfarrer neben seinem Amt als Gemeindepfarrer die Widerstandskämpfer und Geiseln in Pariser Gefängnissen und begleitete sie auf ihrem letzten Weg bis zum Tod.

„Für viele der Teilnehmer war es der erste Besuch der Gedenkstätte“, berichtet Thomas Bertram, Mitglied des Franz-Stock-Komitees, „es war für alle sehr erschütternd, und es gab viel Anlass zum Nachdenken“.

Besonderer Höhepunkt der Reise war das bewegende Pontifikalamt in der gotischen Kathedrale von Chartres. Elf Bischöfe und über 20 Priester aus Frankreich und Deutschland, darunter die Pfarrer Stephan Jung und Franz Schnüttgen, begleiteten den Kardinal von Paris und Vorsitzenden der französischen Bischofskonferenz, Vingt-Trois, der den Gottesdienst leitete. Zuvor war die Ausstellung „Franz Stock und der Weg nach Europa“, die 2012 im Sauerlandmuseum gezeigt worden war, in der Europäischen Begegnungsstätte im ehemaligen Stacheldrahtseminar in Le Coudray eröffnet worden.

„Wir sind voll mit Eindrücken über viele herzliche Begegnungen, überwältigende Gastfreundschaft und dem Wissen, dass Aussöhnung und christliche Vergebung möglich, aber auch dauernde Aufgabe sind“, fasst Thomas Bertram den prägenden Frankreich-Besuch zusammen.

 
 

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