Baugrube ist fertig

Blick von oben in die Baugrube in exponierter Hanglage, die Ingenieure und Baufirmen vor eine große Herausforderung stellte. Schließlich musste auch die Bömerstraße gesichert werden.
Blick von oben in die Baugrube in exponierter Hanglage, die Ingenieure und Baufirmen vor eine große Herausforderung stellte. Schließlich musste auch die Bömerstraße gesichert werden.
Foto: WP
Es sieht zwar beim ersten Hingucken nicht so aus, aber die Arbeiten zum Bau des modernen Gebäudekomplexes an der Bömer­straße schreiten zugig voran.

Arnsberg..  Es sieht zwar beim ersten Hingucken nicht so aus, aber die Arbeiten zum Bau des modernen Gebäudekomplexes an der Bömer­straße schreiten zugig voran: Die teils bis zu 11 Metern tiefe Baugrube in komplizierter Steilhanglage ist weitgehend fertiggestellt, die Straße mit allen Mitteln der Ingenieurskunst abgesichert. Für Planer, Ingenieure und ausführende Unternehmen eine wahre Herausforderung, sagte Bauherr Wilhelm Meyer (Meyer und Partner). „Aber wir haben es gemeinsam gemeistert.“ Das Bauprojekt liegt voll im Zeitplan, Übergabe soll im August 2016 sein.

Doch bis dahin wird an der Bömerstraße noch reichlich Schweiß fließen und Ingenieurwissen gefragt sein. Aber der schwierigste Part, die Baugrube, ist geschafft. „Man könnte auch sagen,“ so Investor Wilhelm Meyer, „dass wir trotz eines großen Teams erst jetzt damit fertig sind.“ Doch das langsame Vorgehen sei ganz bewusst gewählt worden. Im Interesse der Sicherheit. „Künstliche Eile macht da keinen Sinn. Bei so einer komplizierten Hangbebauung muss vom Start weg vernünftig gehandelt werden. Und das war und ist unser Anspruch.“

Immerhin: Ausgangslage und Schachtarbeiten an diesem Hangbereich hatten es in sich. Denn dort - zwischen gewachsenem Fels, Lehm und Aufschüttungen - befand sich noch der unterirdische Baukörper der alten Stadtbücherei. Praktisch bis zur Hangsohle hinab. Und dieses alte Mauerwerk, erläuterte Burghard Dietrich von der Firma PTM Geotechnik in Niedereimer, hatte eine Doppelfunktion: „Als Fundament für das vormalige große Gebäude und als wichtige Stützmauer für die Bömer­straße.“

Und letzteren Aspekt habe man beim Abriss der Unterkellerung genau beachten müssen, um durch den Wegfall dieser stützenden Elemente ein Abrutschen der Straße zu vermeiden. Deshalb habe man sich nur Zug und Zug kleinräumig an der etwa 65 Meter langen Front zur Bömerstraße vorgearbeitet, so Dietrich, und Abschnitt für Abschnitt mit Beton, Betonpfeilern, Spritzbeton und Stahl - fixiert in Fels und Erdreich - gesichert. „Immer die Standsicherheit von Straße und Verkehr im Auge.“ Geschickterweise wurden dabei übrigens Teile der alten und mächtigen Mauern mit in die Sicherung einbezogen.

Und dies, freut sich Wilhelm Meyer, sei nicht nur hervorragend, sondern auch normgerecht nach den Vorgaben des Ingenieurwesens gelungen. „Der Verkehr auf der Bömerstraße ist so nie beeinträchtigt worden.“ Für Bemessung, Planung und Fachbauleitung zeichnet hier PTM Geotechnik verantwortlich. Erschwert worden sei die Aufgabe bzw. der Bau der Grube zudem durch die angrenzenden Häuser. Dietrich: „Auch dort galt es, jegliche Schäden zu vermeiden.“

Jetzt wird Rohbau hochgezogen

Nun aber ist die Baugrube nahezu fertig, Montag rückt der Baukran an - mit entsprechender Einbahnregelung auf der Bömerstraße. Für etwa fünf Monate. In dieser Zeit soll der Rohbau hochgezogen werden, so das nächste Etappenziel. Ein Teil der insgesamt drei Baukörper wird dabei übrigens aufgeständert.

Wilhelm Meyers Zwischenfazit: „Wir waren uns von vornherein über diese Schwierigkeiten klar. Doch jetzt ist es geschafft und wir haben zum Glück hier keine unangenehmen Überraschungen erlebt.“ Ans Tageslicht gehoben hat man allerdings direkt unter dem geplanten Bodenabschluss einen alten gemauerten Tunnel von zwei Metern Durchmesser. „Doch der war bereits schon lange zuvor mit Beton verfüllt worden. Auch das war uns bekannt.“

Info

Das Neheimer Immobilienbüro „Meyer & Partner“ investiert über 3 Millionen Euro in das Projekt.

Die Zahl der Baukörper wurde von fünf auf drei reduziert. Hinzu kommt noch eine Tiefgarage.

Für die aufwendigen Gründungsmaßnahmen am Hang wurden Bergbauprofis aus dem Ruhrgebiet hinzugeholt.

Vier Stockwerke liegen unterhalb des Bömerstraßen-Niveaus, vier darüber.

Der Innenausbau soll im Februar 2016 beginnen, die Fertigstellung ist für August 2016 vorgesehen.

80 v.H. der durch dieses Projekt entstehenden Eigentumswohnungen - 17 von 21 - sind verkauft.

Für die Planung zeichnet das Architekturbüro Tepe-Grützbach verantwortlich.

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