Aus Erlöserkirche soll Flüchtlingsheim werden

Arnsberger Erlöserkirche mit angegliedertem Gemeindehaus (rechts); links: der separate, alleinstehende Kirchturm.
Arnsberger Erlöserkirche mit angegliedertem Gemeindehaus (rechts); links: der separate, alleinstehende Kirchturm.
Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg..  Aus der evangelischen Erlöserkirche und dem angegliederten Gemeindehaus könnte zum 1. Januar 2016 eine Flüchtlingsunterkunft werden. In einem einstimmigen Beschluss hat das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Arnsberg vor Kurzem seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, dass die Evangelische Kirchengemeinde als Eigentümerin der Immobilie einen Miet- bzw. Pachtvertrag mit der Stadt Arnsberg abschließt.

Initiative der Stadt Arnsberg

„Die Stadt Arnsberg ist mit einem entsprechenden Wunsch an uns herangetreten und wir sehen es als unsere christliche Aufgabe an, Menschen in Not zu helfen und ihnen eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen“, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung Pfarrer Johannes Böhnke. Zur christlichen Motivation sagt darüber hinaus das Presbyteriumsmitglied Wolfgang Ploog (Pressesprecher der Ev. Kirchengemeinde Arnsberg,): „Es gibt Situationen im Leben, da darf man als Christ den Mund nicht zuspitzen, dann muss man pfeifen.“ Mittelfristig hätte sich die Kirchengemeinde sowieso von der Erlöserkirche getrennt. Eine Abrissgenehmigung liegt mittlerweile vor. Die kurzfristige Anfrage der Stadtverwaltung stellt die Kirchengemeinde allerdings vor besondere organisatorische Aufgaben. Denn für die etwa fünf bis zehn Gruppen, die sich bisher im Gemeindehaus an der Ehmsenstraße trafen, sind neue Räume zu suchen. „Für die meisten Gruppen haben wir schon alternative Räume gefunden, und ich bin zuversichtlich, dass dies uns auch noch für die übrigen Gruppen gelingt“, sagt Pfarrer Böhnke. Er kann dabei auch auf die Hilfe der katholischen Liebfrauengemeinde zählen.

Zur Frage, wie viel Flüchtlinge in die Erlöserkirche einziehen werden, konnte Pfarrer Böhnke keine Angaben machen. Diese Zahl zu bestimmen sei Angelegenheit der Stadt, die sich am heutigen Montag ein näheres Bild von der Immobilie macht. Ein Vertrag ist noch nicht unterschrieben. „Wenn die Stadt uns bittet, werden wir dies tun“, sagt Pfarrer Böhnke. Ihm ist es bewusst, dass manche Gemeindeglieder von der künftigen Kirchnutzung überrascht sind. Wegen der Kurzfristigkeit der Maßnahme bittet er aber um Verständnis. Infos könnten Gemeindeglieder einem Gemeindebrief entnehmen, der zurzeit verteilt werde.

 
 

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