Arnsberger Initiative für fairen Fußball

Foto: DFB

Arnsberg.. Aus der Arnsberger Fußball-Basis heraus wächst eine Initiative gegen die rauen Sitten im Jugendfußball. Der Arnsberger Jugendtrainer Volker Lemke will einen Prozess der Bewusstseinsänderung in Gang bringen.

Das Problem nimmt zu: Gewalt im Jugendfußball. Das sind nicht nur die körperlichen Auseinandersetzungen, sondern auch die unschönen Szenen, Unhöflichkeiten, verbale Aggressionen und vielen kleinen Verletzungen der Kinderseele durch übermotivierte Eltern, Trainer und Erwachsene. Der Arnsberger Jugendtrainer Volker Lemke will einen Prozess der Bewusstseinsänderung in Gang bringen.

Lemke ist Trainer der E1- und B-Jugend des SV Arnsberg 09 und auch aktiver Schiedsrichter. Er kennt die vielen Geschichten aus der Jugendfußballszene. Schiedsrichterbeleidigungen, Gewalt und Pöbeleien landen oft vor der Jugendspruchkammer.

Angesprochen werden soll aber auch das Problem der überehrgeizigen Bezugspersonen, die Kinder für ihre Erfolgspläne missbrauchen und dabei oft den falschen Ton wählen. „Ich weiß, dass so etwas im Eifer des Gefechts vorkommt und es ist auch bei mir schon vorgekommen, aber es darf nicht vorkommen“, sagt er, „es ist mir ein besonderes Anliegen, den Versuch zu starten, hiergegen etwas zu unternehmen“.

Gemeinsames Handlungspaket

Auf seine Initiative hat sich bereits Problemlotse Musa Alp vom Fußballkreis Arnsberg gemeldet. „Von offizieller Seite wird jetzt zunehmend Interesse gezeigt“, sagt Volker Lemke. Im Februar oder März 2012 will er Trainer von G- bis D-Jugend und Jugendleiter aus dem Kreis einladen. Gemeinsam soll dann ein Handlungspaket erarbeitet werden.

Ihm schweben bereits Lösungsansätze vor. So soll für das negative Geschreie auf Jugendfußballplätzen sensibilisiert werden. „Es kann nicht sein, dass achtjährige Kinder den Platz weinend verlassen, weil ihr Trainer sie angebrüllt hat“, sagt Volker Lemke. Es müsse zwischen allen Beteiligten ein Gefühl für ein „respektvolles Miteinander“ entwickelt werden.

Keine unnötige Aggression

Das gilt auch für Zuschauer und Schiedsrichter, die in der Verantwortung stehen, darauf hinzuwirken, dass keine unnötige Aggression in den Jugendfußball hereingetragen wird. Das könnte bis zu einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Trainer gehen, Schiedsrichterleistung nicht zu kommentieren. „Auch, wenn es noch so schwer fällt“, weiß Lemke, „das Schweigen der Trainer gegenüber Pfiffen der Schiedsrichter wirkt sehr deeskalierend“. Lemke könnte sich sogar vorstellen, bis zur E-Jugend ganz auf Schiedsrichter zu verzichten und so die Kinder zur selbstständigen Regel- und Fairnesskontrolle zu erziehen.

Den Fußball verändern will Volker Lemke nicht. „Alles, was wir planen, muss praktikabel sein und den Wettkampfcharakter des Fußballsports erhalten“, sagt er. Hart, aber fair darf der Fußball sein. „Vor allem aber muss uns Erwachsenen im Jugendfußball allen klar sein, dass es bei allen, was wir tun, allein um das Kind geht“, so Lemke.

 
 

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