Arnsberger Firma öffnet Maschinen die Augen

Arnsberg..  Kleines Unternehmen mit Sitz in Arnsberg kommt dank guter Geschäftsidee groß raus – und zwar auf der CeBIT 2015 in Hannover.

Die weltweit wohl bedeutendste Computer-Messe wird schon am Sonntagabend von Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell eröffnet – keine Überraschung also, dass Ferdinand Wiegelmann und sein Team derzeit schwer im Stress sind...

Positiver Stress, denn Wiegelmann, Geschäftsführer von „PTX technical expertise“, fiebert dem Startschuss entgegen: „Der Charakter der Messe ändert sich“, hat er beobachtet, „waren es früher Branchengrößen wie IBM, Siemens oder Google, die um den spektakulär­sten Auftritt wetteiferten, sind neuerdings auch die Kleinen gefragt, dürfen zeigen, welche Innovationskraft in ihnen steckt.“ Diese Kraft haben Ferdinand Wiegelmann und seine Mitstreiter, Elektro-Ingenieur Christoph ­Kellermann sowie Fabian Steinrücken (Technik-Team), „reichlich getankt“ – ihre Idee ist so gut, dass sie im Verlauf des internationalen Wettbewerbs CODE-n 15 (siehe Infokasten) als „Start-up“ für die CeBIT 2015 ausgewählt wurde. „Start up“ deswegen, weil Jungunternehmen gefragt sind, und „jung“ ist PTX allemal: Erst 2014 wurde die im Holzener Weg 7 beheimatete Firma gegründet. Mit viel Herzblut, wie Ferdinand Wiegelmann erzählt: „Ich würde mich selbst als leidenschaftlichen Unternehmensgründer bezeichnen.“

Dabei kann der aus Olsberg stammende Geschäftsführer auf „weitreichende Erfahrung in der Innovations-Industrie“ zurückgreifen. Mitgründer Kellermann wirft sein technisches Know-How als Software-Ingenieur in die Waagschale; „Chris liebt technische Herausforderungen“, lobt Wiegelmann.

Das Ergebnis verbirgt sich hinter der Zahlen-/Buchstaben-Kombination „4D MMS“ – und ist für Laien nicht ganz leicht zu begreifen: „Wir entwickeln Laserscanner, mit deren Hilfe Umgebung und Objekte in 3D erfasst werden ­können“, liefert der PTX-Mitgründer einen Erklärungsansatz, „so gelingt es uns, Maschinen und Fahrzeuge zum Sehen und Erkennen zu befähigen.“ Eine Lösung, die zur weiteren Industrieautomatisierung beiträgt und autonomes Fahren mit dem Einsatz nur weniger 4D MMS-Sensoren ermöglicht. Warum 4D? „4D steht für ursprünglich zweidimensionale Bilder, die um die Tiefeninformation und die zeitliche Dimension ergänzt werden“, so Wiegelmann, „neben der Anwendung im Maschinenbau soll die Entwicklung zur Vermeidung von Kollisionen eingesetzt werden, sei es bei der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine oder im Straßenverkehr.“

Doch das ist längst nicht alles: „Wir habe eine Safety-Layer-Struktur entwickelt, um den höchsten Sicherheits-Standard anzubieten“, ergänzt Christoph Kellermann, der für die Technik verantwortlich ist.

Und was ist das schon wieder? Die Vorhersage der absehbaren Bewegung („Bewegungstrajektorie) – so können drohende Kollisionen frühzeitiger erkannt und besser vermieden werden. Beispiel gefällig?

Fünf lebensrettende Sekunden

„In der Fahrzeugtechnik kann ein fünf Sekunden schnellerer Bremsvorgang lebensrettend sein“, springt ihm Kollege Wiegelmann bei.

Interessenten gibt es reichlich, nicht nur in Deutschland. PTX erwartet in Hannover auch Besuch aus London und Zürich. Wirtschaftsmetropolen wetteifern mittlerweile um Technologie-Start-ups...

 
 

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