Algerier soll in Arnsberg Pariser Anschlag angedeutet haben

In dieser Asylbewerberunterkunft lebte der Algerier zuletzt: Zwei Syrer zeigten den Mann an, der schon vor vergangenem Freitag die Anschläge in Paris angedeutet haben soll.
In dieser Asylbewerberunterkunft lebte der Algerier zuletzt: Zwei Syrer zeigten den Mann an, der schon vor vergangenem Freitag die Anschläge in Paris angedeutet haben soll.
Foto: Jones
  • Ein Algerier aus einer Asylbewerberunterkunft in Arnsberg ist vorläufig festgenommen worden
  • Er soll vor mehreren Tagen angedeutet haben, dass Paris in Angst und Schrecken versetzt werden soll
  • Gegenüber den Behörden habe der Algerier gesagt, von den Anschlägen nichts gewusst zu haben

Arnsberg.. Ein Algerier aus einer Asylbewerberunterkunft in Arnsberg ist vorläufig festgenommen worden, weil er bereits am Sonntag vergangener Woche gegenüber zwei syrischen Mitbewohnern angekündigt haben soll, dass in vier Tagen Paris in Angst und Schrecken versetzt werden soll. Auch von einer Bombe soll er gesprochen haben. Der Fall wurde inzwischen bestätigt. Zwei syrische Flüchtlinge bewiesen mit ihrer Anzeige Zivilcourage.

Nach dem Anschlag, so berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer Onlineausgabe am Sonntag weiter, hätten sich die beiden Syrer bei der Polizei gemeldet. Gegenüber den Behörden habe der Algerier gesagt, von den Anschlägen nichts gewusst zu haben. Wenn man ihn einsperre, würde aber auch in Arnsberg etwas passieren. Außerdem soll er geäußert haben, Frankreich zu hassen.

Unmittelbar nach dem Anschlag hatten sich die Syrer bei der Polizei gemeldet und ihre Aussage gemacht, worauf der Mann sofort verhaftet worden war. Auch über das Wochenende waren Polizeikräfte zu Ermittlungen in der Notunterkunft in der Hüstener Pestalozzischule für Ermittlungen im Einsatz. Das Zimmer, in dem der Algerier untergebracht war, wurde versiegelt.

"Die beiden Männer haben richtig und sehr mutig gehandelt"

Die Behörden in Arnsberg wollten den Fall „klein kochen“, um keine falschen Signale auszusenden. Hans Wulf, Ratsmitglied der Grünen und als Beauftragter ganz nah am Geschehen in der Notunterkunft, bestätigte nun aber den Sachverhalt und zollte den beiden Syrern zugleich seinen großen Respekt.

„Die beiden Männer haben richtig und sehr mutig gehandelt“, sagt Hans Wulf. Sie hätten nicht verharmlost und gedeckt, sondern wie in „staatsbürgerlicher Pflicht“ gehandelt, ohne das Risiko der Anzeiger zu scheuen. „Natürlich haben die beiden Männer nun auch Angst“, sagt Wulf.

"Vermutlich ein Spinner"

Auch wenn die Behörden, so die Einschätzung, „vermutlich von einem Spinner“ ausgehen, werde der Fall jetzt sorgfältig geprüft. "Ob der Mann glaubwürdig ist, werden wir jetzt prüfen müssen", so Wolff. Bei den Vernehmungen drohte der Algerier, dass auch in Arnsberg etwas passieren werde, wenn man ihn inhaftieren sollte.

Seit Samstag ist der Algerier wegen "Nichtanzeigens einer Straftat" in Untersuchungshaft. Wie lange der Mann bereits in Deutschland lebt, ist den Behörden noch nicht bekannt.

Die Süddeutsche Zeitung nennt diesen Fall in Zusammenhang mit einer Berichterstattung über „Freiheit und Sicherheit, Hysterie und Panik“ in Zusammenhang mit den Attentaten in Paris. Hans Wulf bestätigt der Westfalenpost, dass die Behörden „die Sache sehr ernsthaft ermitteln“. (pen)

 
 

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