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Aeroclub Arnsberg hofft auf eine Zukunft des Flugplatzes

Was wird aus dem Segelflugplatz im Alten Feld? Der Bezirksausschuss Arnsberg berät am heutigen Mittwoch über die zukünftige Nutzung des Geländes. Der Aeroclub kämpft mit einem neuen Konzept um sein Überleben.
Foto: Ted Jones
  • Bezirksausschuss berät am Mittwoch über die zukünftige Nutzung des Flugplatzgeländes im Alten Feld
  • Aeroclub Arnsberg möchte die Politik mit neuen Ideen überzeugen
  • Entwicklungs- und Freiraumkonzept für die Ruhrschleife Alt-Arnsberg wird erarbeitet
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Arnsberg..  Der Aeroclub Arnsberg kämpft um sein Überleben. Mit einem neuen Konzept möchten die Luftsportler die Politik überzeugen, den bis zum 31. März 2017 laufenden Pachtvertrag für den Segelflugplatz im Alten Feld zu verlängern. Die Entscheidung darüber naht: Am Mittwoch berät der Bezirksausschuss Arnsberg in öffentlicher Sitzung ab 17.30 Uhr im Rittersaal des Alten Rathauses über eine „naturnahe Nutzung der Flächen“. Es soll ein Entwicklungs- und Freiraumkonzept erarbeitet werden, auf dessen Grundlage sich das Areal in einen Naherholungsbereich verwandelt. Dabei steht in der Diskussion, ob der Flugplatz noch ein Teil dieser Planung sein wird.

Schulungsbetrieb beginnt wieder

Jürgen Preuß wünscht sich genau dies. „Ich bin in diesem Verein groß geworden und möchte nicht, dass er untergeht“, sagt der Vorsitzende des Aeroclubs Arnsberg, der nach zweijähriger Pause wieder den Schulungsbetrieb aufnehmen wird. Sechs Flugschüler werden unter Anleitung von Fluglehrer Alexander Neuhaus ihre Ausbildung anfangen. Zwei doppelsitzige Schulungsflugzeuge und ein einsitziges Segelflugzeug für fortgeschrittene Piloten, die bereits alleine fliegen dürfen, stehen zur Verfügung. In den Wintermonaten läuft die Theorieausbildung im Schulungsraum des Vereinsheim, im Frühjahr 2017 beginnt die Praxis. Dann soll ein weiterer Fluglehrer hinzustoßen.

Konkret ist auch die Kooperation, die der Aeroclub mit dem gemeinnützigen Düsseldorfer Jugendhilfeträger IJS (Individueller Jugendhilfe Service) vereinbart hat. Eine Gruppe von vier bis sechs Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen und Betreuer sollen bis zu zweimal im Monat Einblicke in die Fliegerei auf dem Flugplatz gewinnen können. Zudem sind öffentliche Wochenendaktionen und jährlich eine Aktionswoche auf dem Flugfeld geplant.

Das Konzept, das die Flugsportler der Politik vorgelegt haben, sieht zudem unter anderem die Anschaffung von Elektroflugzeugen, Angebote für Modellbauer und ausgebaute Verweilmöglichkeiten für Gäste vor. „Das hätte man sicher alles eher machen müssen“, räumt Jürgen Preuß ein. „Wir haben in der Vergangenheit einiges versäumt. Ich hoffe aber, dass es noch nicht zu spät ist.“

Die Clubmitglieder möchten zeigen, dass die Arnsberger Freizeit- und Sportlandschaft ohne sie ärmer wäre. Auch deswegen werden sie am Mittwoch vor dem Alten Rathaus ein Segelflugzeug aufbauen. Im Inneren wird der Bezirksausschuss darüber beraten, welche Konsequenzen die geplanten Aktionen des Aeroclubs auf das Umfeld des Flugplatzes haben würden. Die Verwaltung geht von einer „Zunahme des Verkehrs auf der Straße Zu den Kämpen“ aus und möchte prüfen, „ob eine Sicherung des Ruhrtalradweges wie in Oeventrop wegen der Winde erforderlich“ ist.

Insbesondere nach dem Tag der offenen Tür am 14. August seien Beschwerden über Lärm von Motorflug aus verschiedenen Arnsberger Wohngebieten eingegangen. Bürgerinnen und Bürger hätten sich zudem an die Verwaltung gewandt, weil sie ein tief über der Stadt kreisendes Elektrosegelflugzeug erkannten.

„Masterplan Ruhr“ und Entwicklungs- und Freiraumkonzept:

Die planerische Grundlage für die Entwicklung der Flusstäler in Arnsberg ist der „Masterplan Ruhr“ vom Juli 2007. Darauf soll das Entwicklungs- und Freiraumkonzept für den Bereich der Ruhrschleife Alt-Arnsberg zwischen der Fußgängerbrücke im südlichen Bereich (Altes Feld/Eichholz) und der Kleingartenanlage in der Twiete aufbauen.

Es soll ein Naherholungsbereich geplant werden, der unter anderem einen Aufenthaltsplatz mit Bänken vorsieht oder die Möglichkeit zum offenen Grillen bietet. Alternativ könnte ein „Experimentierraum“ entstehen, der als Segelfluggelände und/oder für vereinsungebundene Sportarten wie Cricket oder Baseball genutzt wird.

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Do, 16.08.2018, 15.38 Uhr

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