Zwei Freundinnen bitten zum heißen Badminton-Tanz

Johanna Goliszewski (links) mit Birgit Michels bei der Vorbereitung auf die Yonex German Open 2014.
Johanna Goliszewski (links) mit Birgit Michels bei der Vorbereitung auf die Yonex German Open 2014.
Foto: WAZ FotoPool
Johanna Goliszewski will den Titel der Badminton-Bundesliga mit dem 1. BV Mülheim und muss dafür Birgit Michel besiegen, ihre Doppelpartnerin aus dem Nationalteam.

Mülheim.. Nationalspielerin Johanna Goliszewski will ein „absolut geiles Badmintonspiel“ in Mülheim zeigen, einen „heißen Tanz“. Sie ist der deutschen Meisterschaft schon nah, am Donnerstag (18 Uhr) kämpft sie mit dem 1. BV Mülheim im Playoff-Halbfinale der Bundesliga. Um ins Finale einzuziehen, muss sie ihre gute Freundin Birgit Michels besiegen, die nicht weniger ehrgeizig mit dem 1. BC Beuel in die RWE-Sporthalle kommt.

Die beiden Spielerinnen sind nicht nur gut befreundet, sie kennen sich auch sportlich sehr genau. Zusammen gewannen sie 2013 die deutsche Doppelmeisterschaft und sind zudem im Nationaltrikot ein Duo. Bei der EM in Russland waren sie Medaillenfavoriten, mussten aber zuhause bleiben, weil Michels krank wurde. Jetzt ist sie wieder gesund und titelhungrig. Die Freundinnen wollen einen „tollen Fight“, sie schenken sich nichts. „Unsere Freundschaft hält das aus“, sagt Goliszewski und gibt sich optimistisch: „Wir haben gute Siegchancen.“

Ihr Ziel ist die Meisterschaft, „aber ich definiere meine Karriere nicht über Titel. Solange mein Körper hält und der Sport mich glücklich macht, spiele ich Badminton.“ Ohnehin hätte sie nicht erwartet, dass sie mit 27 Jahren noch auf Weltniveau spielt. Mehrmals schon wollte sie ihre Karriere beenden.

Erst spät, mit zwölf Jahren, kam sie zum Badminton – dies hat sie stets als Nachteil empfunden. Dennoch entschied sie sich für ein Sportinternat in Frankfurt.

Zwar zählte sie, wie sie sagt, nicht zu den besten Jugendspielern, schwang den Schläger aber auch während des Studiums weiter und feierte einige Erfolge. Nur leben konnte sie vom Badminton nicht. Daher jobbte sie etwa in Diskotheken, oft bis in die frühen Morgenstunden. „Ich wollte eigentlich gar nicht mehr spielen.“

Bis an die Grenze

Doch bei der Studenten-WM 2008 entdeckte sie der damalige Nationaltrainer Boris Reichel und holte sie zum Bundesstützpunkt nach Mülheim. So stürzte sie sich wieder aufs Badminton. Mal flossen Freudentränen, mal schleuderte sie Schläger vor Wut durch die Luft, mal schrie sie ihren Jubel hinaus. Für sie bedeutet der Sport eben Emotion. Schließlich kam sie „körperlich und mental an meine Grenze. Ich wollte aufhören und mein Studium beenden.“

Aber es kam anders: Die Bundeswehr bot ihr einen Vertrag. Seitdem ist sie Sportsoldatin. „Das war meine Chance, weiter Badminton zu spielen und mein Studium zu beenden.“

Mit ihrem Abschluss in Erwachsenenbildung gibt sie jetzt beim Sport weiter Vollgas. Auch gegen Birgit Michels steigt sie nicht auf die Bremse. Wer von beiden auch immer das Finale der Bundesliga-Playoffs gegen Lüdinghausen erreicht, im Mai treten sie zusammen für Deutschland bei der WM in Indien an – als Doppelpartnerinnen und als Freundinnen.

 
 

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