WM 2018: Frankreich besiegt Australien durch kuriose Tore, Zuschauer meckern über ZDF-Übertragung mit Béla Réthy

Béla Réthy kommentiert für das ZDF bei der WM 2018 das Spiel zwischen Frankreich und Australien.
Béla Réthy kommentiert für das ZDF bei der WM 2018 das Spiel zwischen Frankreich und Australien.
Foto: dpa

Kasan. Am Samstag greift mit Frankreich beim Spiel gegen Australien ein weiterer Top-Favorit in die WM 2018 in Russland ein. Im Spiel von Frankreich gegen Australien gilt das Team von Trainer Didier Deschamps als haushoher Favorit. Viele Experten sehen Frankreich sogar als absoluten Top-Anwärter auf den Titel. Doch erstmal muss Frankreich gegen Australien einen Sieg holen.

Doch viele Fußballfans konzentrieren sich offenbar auf Dinge, die nicht direkt auf dem Platz stattfinden. Denn am Samstag überträgt erstmals das ZDF die Fußball-WM 2018 in Russland. An den ersten beiden Tagen hatte die ARD übertragen.

WM 2018: Réthy kommentiert Frankreich gegen Australien

Und viele Zuschauer stören sich daran - denn das Spiel zwischen Frankreich und Australien wird von Reporter-Routinier Béla Réthy kommentiert. Der 61-Jährige hat traditionell einen schweren Stand bei vielen Fußball-Fans, seine Art ein Spiel zu kommentieren, kommt oft nicht gut an.

So stänkert ein Zuschauer via Twitter: „Bela versucht immer noch witzig zu sein, er ist es aber immer noch nicht.“

Vorgehalten wird ihm vor allem eine Aussage über Australiens Nationaltrainer Bert van Marwijk. So sagte Réthy: „Australiens Trainer Bert van Marwijk hat einen Teil seiner Karriere in der Bundesliga verbracht - auch beim HSV. Aber welcher Trainer war eigentlich nicht beim HSV?“

Diese Aussage, obwohl natürlich wahr, stößt vielen HSV-Fans übel auf. Schließlich war es ein eindeutiger Seitenhieb gegen das Chaos und den hohen Trainerverschleiß beim HSV.

„Den HSV-Spruch hättest du dir schenken können, lieber Herr Réthy“, bemerkt ein Fan.

WM 2018: ZDF-Mann unterläuft Patzer bei Griezmann-Aussage

Außerdem unterlief Réthy ein Patzer, als er über den französischen Stürmerstar Antoine Griezmann sagte: „Bleibt er bei Real Madrid oder geht er?“ In der Tat veranstalte Griezmann vor der WM ein ausgewachsenes Wechseltheater. Allerdings spielt der Franzose bei Reals Stadtrivalen Atlético Madrid.

Réthy dürfte die Kritik ertragen. Unmittelbar vor dem Turnier sagte er in einem Interview mit „Fums“: „Aber dass man sich da so als große Mehrheit empfindet, wenn da von 30 Millionen Zuschauern ein paar Hundert herum twittern…das ist ein Witz. Das hat inhaltlich und quantitativ keinerlei Bedeutung für unsere Arbeit. Und das ist meine Antwort darauf.“ Das ZDF vertraut Réthy und lässt ihn regelmäßig wichtige Spiele kommentieren:

  • Das Endspiel der EM 1996 in England
  • Das Finale der WM 2002 in Japan und Südkorea
  • Das Finale der EM 2004 in Portugal
  • Das Endspiel der EM 2012 in Polen und der Ukraine

Das ZDF reagierte via Twitter dann auch routiniert auf die Kritik an Réthy. Auf die Frage ob es neben dem „Second Screen“ auch einen „Second Comment“ gäbe, antwortete das ZDF nur trocken: „Nein, den gibt es nicht.“

Wesentlich üblere Kommentare musste später Kommentatorin Claudia Neumann über sich ergehen lassen. Hier machte das ZDF eine klare Ansage.

Frankreich gegen Australien mit WM-Premiere

Übrigens wurde auch Fußball gespielt. Bei dem Spiel kam es außerdem zu einer WM-Premiere. Erstmals wurde nach Einsatz des Video-Schiedsrichters eine Entscheidung des Schiedsrichters revidiert. Angreifer Antoine Griezmann wurde im Strafraum gefoult. Schiedsrichter Andres Cunha ließ weiterspielen - doch dann griff der Videoschiedsrichter ein. Cunha nahm seine Entscheidung zurück und entschied auf Strafstoß - den Griezmann zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung verwandelte.

Frankreich müht sich gegen Australien zu knappem Sieg

Doch die Australier kamen wenig später zurück und erzielten, ebenfalls per Elfmeter, das 1:1 durch Jedinak. Zehn Minuten vor dem Abpfiff ging Frankreich dann durch ein kurioses Tor erneut in Führung. Pogba setzte den Ball mit einem Verzweiflungsschuss unter die Latte, der Ball sprang aber zurück ins Feld, Schiedsrichter Cunha ließ weiterlaufen. Doch dann griff die Torlinientechnik ein - der Ball war zwischenzeitlich eindeutig hinter der Torlinie. Das bestätigten auch die Videobilder. Frankreich lag erneut mit 2:1 in Führung. Das reichte für den mühevoll errungenen Sieg - als großer Favorit auf den Titel präsentierte Frankreich sich aber nicht.

Andere Top-Teams, etwa Europameister Portugal, überzeugten mehr. Beim Spiel gegen Spanien lieferte Stürmerstar Cristiano Ronaldo eine Galavorstellung ab und erzielte beim 3:3 alle drei Treffer für Portugal. Da dürften ihn die Diskussionen um seinen Foulelfmeter zum 1:0 kaum stören. (fel)