Flitzer-Alarm im WM-Finale: Diese irren Bilder zeigen, wie unterschiedlich Kroaten und Franzosen auf die Störer reagierten

Dejan Lovren (2.v.l.) und Kylian Mbappe (r.) nahmen die Final-Flitzer unterschiedlich in Empfang.
Dejan Lovren (2.v.l.) und Kylian Mbappe (r.) nahmen die Final-Flitzer unterschiedlich in Empfang.
Foto: imago, Montage: DER WESTEN
  • Vier Flitzer stürmten beim Finale der WM 2018 den Platz
  • Kroatiens Dejan Lovren und Frankreichs Kylian Mbappe nahmen die Störer unterschiedlich in Empfang
  • Es zeigt deutlich, wer zu diesem Zeitpunkt in Führung lag

Moskau. Vielleicht waren es die massiven Sicherheitsmaßnahmen, vielleicht auch die Angst vor den russischen Behörden: Bei der WM 2018 in Russland gab es nahezu keine Zwischenfälle in den Stadien. Jedenfalls bis zum Finale.

Flitzer-Alarm beim Endspiel zwischen Frankreich und Kroatien! In der 53. Minute stürmten drei Frauen und ein Mann in Polizei-Uniformen gleichzeitig das Spielfeld.

Flitzer im WM-Finale: Punk-Gruppe Pussy Riot bekennt sich

Die vier Aktivisten gehörten zur kremlkritischen Punk-Gruppe Pussy Riot. Sie wollten aufmerksam machen auf Missstände, die der Straßenkarneval der Fans bei der WM nach Einschätzung vieler überstrahlt hat.

Um zu wissen, dass Frankreich zum Zeitpunkt des Flitzer-Platzsturms in Führung lag, muss man sich nur die Reaktionen der Spieler auf den Zwischenfall anschauen.

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Die Kroaten waren geradezu erbost. Nicht nur, dass die Aktion wertvolle Minuten von der Uhr nahm. Sie unterbrach auch einen vielversprechenden Angriff. Dementsprechend nahm sich Innenverteidiger Dejan Lovren den männlichen Flitzer zur Brust.

Er packte den „Polizisten“ am Schlawittchen, wollte ihn regelrecht vom Platz schleifen. Als der Flitzer davon zu Boden ging, brüllte er ihn mit der eindeutigen Geste an, sofort vom Platz zu verschwinden.

Deutlich gelassener und geradezu tiefenentspannt war Frankreichs Youngster Kylian Mbappe. Als eine Flitzerin auf ihn zurannte, klatschte er lässig mit ihr ab, bevor sich die Ordner um den „Störenfried“ kümmerten.

Die Staatsmedien hielten sich mit der Berichterstattung über den Fall zurück. Kaum ein Politiker kommentierte ihn. Die Polizei beantragte für die vier Flitzer - drei Frauen und ein Mann - Geldstrafen oder gemeinnützige Arbeit.

Flitzer beim WM-Finale: Video soll Verhör zeigen

Beobachter schätzen, würde man dem Fall mehr Aufmerksamkeit schenken und Haftstrafen anstreben, könnte dies ein Kratzer auf dem Erbe der WM werden, über den lange gesprochen würde.

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Stärker aber als die Flitzer zeigt ein Video, dass sich trotz aller Beschwörung der WM-Freude wenig geändert hat an der Einstellung so mancher Polizisten. Der Clip wurde angeblich beim Verhör der Aktivisten aufgenommen.

Dem kritischen Portal meduza.io zufolge fragte darin ein Mann, der nicht zu sehen war, wo die Aktivisten die Uniformen her hätten. „Gemietet“, antwortete einer. Der Fragensteller sagte verärgert: „Gemietet? Manchmal bedauere ich es, dass wir nicht das Jahr 37 haben.“ Das Video war nicht unabhängig zu verifizieren.

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1937 war die Zeit des sogenannten Großen Terrors unter Sowjetdiktator Josef Stalin. Massenfestnahmen, Deportationen und Hinrichtungen prägten diese Phase. Hunderttausende Menschen waren betroffen. (mit dpa)

 
 

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