Béla Réthy kommentiert das WM-Finale im ZDF – ist er der Richtige? Ein Pro & Contra

Bela Rethy kommentiert für das ZDF am Sonntag (17 Uhr MESZ) das Finale der Fußball-WM in Russland. Diese Entscheidung wird kontrovers diskutiert - auch in unserer Redaktion. Ein Pro & Contra.

Pro - von Andreas Berten

Wer an diesem Sonntag im ZDF das WM-Endspiel verfolgen wird, bekommt so oder so etwas auf die Ohren. Denn bei der begrenzten Auswahl an Kommentatoren ist es grundsätzlich schwierig, sich auf den vermeintlich besten zu freuen.

Béla Réthy? Claudia Neumann? Oliver Schmidt? Martin Schneider? Wären alle nicht meine erste Wahl, sind aber anders als die von mir klar angenehmer empfundenen Alternativen beim übertragenden Sender beschäftigt. Also ist Réthy noch das geringste Übel.

Der 61-Jährige wird weder bei der Fußballkompetenz noch beim Sprachgefühl von seinen Senderkollegen abgehängt. Und das hat nichts mit Ressentiments gegen Claudia Neumann zu tun. Die Beleidigungen gegen ihre Person sind absolut widerwärtig – sie aber nur deshalb fürs Finale zu nominieren, weil sie eine Frau ist, wäre der Debatte auch nicht förderlich.

Contra - von Francois Duchateau

Réthy, immer wieder Réthy. Sobald große Spiele anstehen, schiebt das ZDF auffällig oft den 61-Jährigen in die erste Reihe. Nicht nur seine altmodisch aufgeblasenen Beschreibungen offensichtlicher Bilder im Radioreporter-Stil polarisieren die Zuschauer, vor allem auch die Häufigkeit seiner Einsätze haben eine gewisse Béla-Müdigkeit im Volk ausgelöst.

Hat der Sender keine Alternativen? Claudia Neumann wäre eine gewesen. Eine, die ihre Klasse und Kompetenz während dieser WM wiederholt unter Beweis gestellt hat. Ihre Wahl wäre ein selbstbewusstes Signal mit Wirkung gewesen.

Eine Antwort auf die vielen schäbigen Anfeindungen, die es leider im Jahr 2018 immer noch gibt, wenn eine Frau ein Fußballspiel kommentiert. Das ZDF zeigt Einfallslosigkeit, nicht neuen Mut – und verpasst damit eine große Chance. Auch zur eigenen Modernisierung.

 
 

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