Warum der Fußball aus der Doping-Geschichte lernen muss

Gegenstand des Doping-Skandals: Die Freiburger Uniklinik.
Gegenstand des Doping-Skandals: Die Freiburger Uniklinik.
Foto: dpa
Eine Evaluierungskommission hat herausgefunden, dass in der 70er und 80er Jahren auch im Fußball gedopt wurde. Konkrete Namen gibt es jedoch nicht. Ein Kommentar.

Anti-Doping-Kämpfer haben es schon immer schwer. Bei ihren Recherchen stoßen sie oft auf Widerstände bei Sportlern, Funktionären und Politikern. Besonders heftig ist die Gegenwehr in zwei Bereichen: Erstens wenn es nicht um die Dopingvergangenheit in der DDR, sondern in der Bundesrepublik Deutschland geht. Zweitens wenn König Fußball betroffen ist. Für den Fall der Freiburger Mediziner trifft beides zu, und deshalb ist es kein Zufall, dass die Evaluierungskommission bereits seit 2007 mit der Klärung der Vorwürfe beschäftigt ist.

Fußball war keinesfalls eine dopingfreie Zone

Die Kommission hat sich häufig über die Behinderung ihrer Arbeit beklagt. Jetzt hat ein Mitglied, Andreas Singler, entgegen der Absprache mit seinen Kollegen wichtige Untersuchungsergebnisse öffentlich gemacht. Das ärgert die anderen, aber sie bestätigen, dass die publizierten Erkenntnisse stimmen. Ja, es gab weitflächig Doping in der Bundesrepublik. Ja, im Radsport ist systematisch betrogen worden – und das mit finanzieller Hilfe des Verbandes. Ja, der Fußball war keinesfalls eine dopingfreie Zone, weil verbotene Mittel auch dem Fußballer schnellere Beine machen.

Es wird keine Namen geben

Es gibt Stimmen, die sagen, die Vorwürfe seien kalter Kaffee, die Vorfälle lägen mehr als 30 Jahre zurück. Das ist richtig und doch falsch. Klar, man darf nicht alle Sportler dieser Zeit pauschal verurteilen, zumal schon klar ist, dass es keine Namen von Dopingsündern geben wird. Aber aus der Geschichte lernen kann man auch im Sport.

 
 

EURE FAVORITEN