Veröffentlicht inSport

Tödlicher Unfall bei Skicross in Grindelwald

SAT_EUROPE__FLIP__5963706_0.jpg
(FILES) Nick Zoricic of Canada competes during the 2010 Freestyle Skiing World Cup Ski Cross at Whiteface Mountain in this January 23, 2010 file photo in Lake Placid, New York. Zoricic was killed on March 10, 2012 while competing in a ski cross World Cup event in Grindelwald, organisers announced. The 29-year-old crashed into safety netting after the final jump just before the finish on the Grindelwald slope. Lying motionless he was attended to by doctors before being airlifted to hospital. "Despite reanimation Zoricic died as a result of severe neurotrauma," organisers Swiss-Ski reported in a statement. He was pronounced dead at 1135GMT. FILES/Streeter Lecka/Getty Images/AFP== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY == Foto: afp
Das Finale im Skicross-Weltcup im schweizerischen Grindelwald ist am Samstag von einem tödlichen Unfall überschattet worden. Der Kanadier Nick Zoricic stürzte bei seinem letzten Sprung so schwer, dass er leblos liegen blieb und mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste.

Grindelwald. 

Die spektakuläre Sportart Skicross hat ein erstes Todesopfer gefordert. Beim Weltcup-Rennen am Samstagnachmittag im schweizerischen Grindelwald stürzte der Kanadier Nick Zoricic nach einem Fehler am Zielsprung so unglücklich in die Fangnetze am Streckenrand, dass er seinen Verletzungen erlag.

Der Internationale Ski-Verband FIS bestätigte den Tod des gebürtigen Bosniers am Nachmittag gegen 15.00 Uhr. „Trotz Reanimation erlag Zoricic um 12.35 Uhr seinen Verletzungen, es muss von einem schweren Schädel-Hirntrauma ausgegangen werden“, teilte der Verband mit und ergänzte: „Die Organisatoren, FIS und Swiss-Ski sind zutiefst betroffen und sprechen den Angehörigen und dem kanadischen Team ihr Beileid aus.“

Im vierten Achtelfinallauf, in dem auch der Deutsche Thomas Fischer, Sohn von Biathlon-Legende Fritz Fischer, an den Start ging, fuhr Zoricic den Sprung vor dem Ziel zu schräg an. Statt in der Aufsprungzone vor dem Zieltransparent zu landen, krachte er in die Fangnetze, die rechts daneben platziert waren. Er überschlug sich und blieb bewusstlos liegen.

Reanimierung blieb erfolglos

Die schnell herbeigeeilten Mediziner leisteten umgehend Erstversorgung und versuchten, den 29 Jahre alten gebürtigen Bosnier zu reanimieren. Allerdings blieben die Bemühungen offensichtlich erfolglos. Nach 45 Minuten wurde Zoricic mit dem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen. Den schockierten Mitgliedern der kanadischen Mannschaft standen da bereits Tränen in den Augen.

Zoricic, geboren in Sarajevo, war als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Kanada ausgewandert. Er begann seine sportliche Karriere als Alpiner und trat sogar viermal bei einem Weltcup-Slalom an, ehe er 2009 zum Skicross wechselte und dort den Durchbruch im Weltcup schaffte. In der vergangenen Saison belegte er Rang sechs im Gesamt-Weltcup. Bei der WM 2011 war er Achter geworden.

Für die kanadischen Freestyler ist es bereits der zweite Schicksalsschlag innnerhalb weniger Wochen. Am 19. Januar war die Freestyle-Ikone Sarah Burke nach einem Sturz beim Superpipe-Training in Park City im US-Bundesstaat Utah ihren schweren Kopfverletzungen erlegen.

Bei Skicross-Rennen kommt es beinahe regelmäßig zu schweren Stürzen, allerdings blieben tödliche Zwischenfälle bislang aus. Die Disziplin, die von der FIS dem Bereich Freestyle zugeordnet worden ist, war 2010 bei den Spielen in Vancouver erstmals olympisch, sie erfreut sich seitdem wachsender Popularität.

Das Rennen in Grindelwald wurde nach dem Sturz von Zoricic umgehend abgebrochen. Auch das für den morgigen Sonntag geplante zweite Rennen wurde abgesagt. (sid)

2012-03-10 15:29:00.0