THW-Manager Schwenker weist Vorwürfe erneut zurück

Manager Uwe Schwenker vom THW Kiel hat erneut alle Manipulationsvorwürfe zurückgewiesen. Er sei "irritiert" über die Äußerungen von HSV-Präsident Rudolph.

Manager Uwe Schwenker hat noch einmal alle Manipulationsvorwürfe von sich gewiesen und die immer neuen Enthüllungen sogar als Chance für den Handballsport bezeichnet. "Ich kann nur das wiederholen, was ich in der Vergangenheit gesagt habe. Es läuft ein Ermittlungsverfahren und wenn es etwas zu erzählen gibt, werde ich das gegenüber der Staatsanwaltschaft tun und nicht in den Medien", sagte der Geschäftsführer von Rekordmeister THW Kiel im DSF.

Der 50-Jährige äußerte sich erstmals seit Wochen öffentlich und zeigte sich "irritiert" über die belastenden Aussagen von Andreas Rudolph, Präsident des HSV Hamburg. "Vor kurzem hat er etwas anderes gesagt, auch vor einigen Zeugen", sagte Schwenker. Rudolph hatte am Montag erklärt, Schwenker habe ihm gegenüber Schiedsrichter-Bestechungen praktisch zugegeben.

"Enthüllungen nicht schön für den Handballsport"

Der Kieler Manager räumte zwar ein, dass die immer neuen Enthüllungen "überhaupt nicht schön für den Handballsport seien", doch "so ist das nun mal, wenn die Medien überall rumstochern." Deshalb habe er sich zuletzt auch nicht öffentlich geäußert und keine Interviews gegeben. "Man hat dann ohnehin nur die Chance, zwischen Erhängen und Erschießen zu wählen", sagte Schwenker.

Vielleicht ergebe sich aus der aktuellen Krise aber auch die Chance, in Zukunft unter neuen Kontrollmechanismen einiges besser zu machen. "Möglicherweise ist auch alles eine große Nebelkerze", so Schwenker.

Die Anwälte des THW hatten am Dienstag erstmals Einsicht in die Ermittlungsakten erhalten, Schwenker selbst hatte nach eigenen Angaben bis Mittwochabend noch keine Möglichkeit, sich die Unterlagen anzuschauen. Er war mit der Mannschaft zum Ligaspiel bei Frisch Auf Göppingen unterwegs.

Schwere Vorwürfe von Rudolph

Der Druck auf Schwenker war vor allem nach den Aussagen von HSV-Präsident Rudolph am Montag noch einmal gewachsen. "Im Juli 2007 habe ich mit Schwenker in meinem Haus auf Mallorca zusammengesessen. Dort hat mir Schwenker gesagt: Andreas, ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass man die Champions League nur mit Schiedsrichter-Bestechung gewinnt", hatte Rudolph erklärt.

Schwenker bestritt nun, derartiges gesagt zu haben: "Aus meiner Sicht ist das Zitat so nicht gefallen." Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen Schwenker sowie gegen den früheren THW-Trainer Noka Serdarusic wegen des Verdachts der Beihilfe dazu. Nach Informationen des Spiegels soll der THW insgesamt zehn Spiele in der Champions League verschoben und allein für das gewonnene Final-Rückspiel gegen die SG Flensburg-Handwitt 2007 96.000 Euro gezahlt haben.

Schwenker hatte am Montag bekannt gegeben, bis zur Klärung aller Vorwürfe seine Ämter als HBL-Vizepräsident, als Vizepräsident der Interessenvertretung Group Club Handball und als Vorsitzender der EHF Marketing Men's Club Board nicht mehr wahrzunehmen.

 
 

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