Starke Schalker Bilanz - aber finanziell auf dünnem Eis

Reinhard Schüssler
Jubel in Königsblau: In der EuropaLeague läuft es für Schalke 04 weiter bestens. Foto: Reuters
Jubel in Königsblau: In der EuropaLeague läuft es für Schalke 04 weiter bestens. Foto: Reuters
Foto: REUTERS
In 13 der letzten 16 Spielzeiten war der FC Schalke 04 auf der europäischen Bühne dabei. Eigentlich eine Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Aber der Traditionsklub bewegt sich trotz verminderter Verbindlichkeiten immer noch auf finanziell dünnem Eis. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen. Seit es Fußball gibt, heißt das Ziel in allen Klassen: Meister werden. Das aktuelle Zauberwort der Profiklubs aber heißt: International spielen. Gilt doch der Start bei den europäischen Wettbewerben dank der zu erzielenden Gewinne als Schlüssel für langfristigen Erfolg.

Schalke international als fleißiger Punktesammler

Gemessen an seiner internationalen Präsenz ist Schalke 04 seit langem die klare Nummer 2 in Deutschland hinter dem FC Bayern. 13 Mal traten die Königsblauen in den vergangenen 16 Jahren auf der europäischen Bühne auf und erwiesen sich dort – nebenbei – als fleißiger Punktesammler für die Bundesliga in der für die Europacup-Startplätze relevanten Rangliste.

Dass diese starke Bilanz vergleichsweise wenig gewürdigt wird, liegt daran, dass der nationale Titel letztlich eben doch mehr zählt als die Teilnahme an europäischen Wettbewerben (es sei denn man gewinnt diese). Und S04, das in seiner Historie immer auch ein Hauch von Tragik umwehte, ist nun einmal seit 1958 der Griff nach der Schale missglückt, der international weit weniger erfolgreichen Teams wie Stuttgart, Wolfsburg oder Kaiserslautern gelungen ist.

Wo sind die Millionen bei Schalke geblieben?

Noch unter einem anderen Aspekt ist die Bilanz der Königsblauen erstaunlich. Dauerhaft im Europacup zu spielen, sollte eigentlich die Basis für wirtschaftlichen Erfolg sein. Auf Schalke dagegen drängt sich die Frage auf: Wo sind sie geblieben, die Millionen? Hat doch der Klub gerade erst seine (immerhin gesunkenen) Verbindlichkeiten mit 163 (Verein) bzw. 184 Millionen Euro (Konzern inklusive Tochtergesellschaften) beziffert.

Unabhängig davon, was wirklich hinter den für Außenstehende kaum zu durchschauenden Zahlen steckt, bleibt angesichts der latenten Gefahr eines finanziellen Kollaps der Eindruck: Irgendetwas ist da schief gelaufen auf Schalke. Anders formuliert: Die Tickets für Europas Fußball-Theater hat sich Schalke teuer erkauft. Ob der Preis zu hoch war wird die Zukunft zeigen.