Tour de France 2020: Große Sorgen um die Favoriten! So steht es um Buchmann, Bernal und Co.

Tour de France 2020: Wird Emanuel Buchmann rechtzeitig fit?
Tour de France 2020: Wird Emanuel Buchmann rechtzeitig fit?
Foto: dpa

Emanuel Buchmann kann kaum laufen, Titelverteidiger Egan Bernal hat Rücken und Primoz Roglic schmerzt nach seinem Crash der ganze Körper: Die Topfavoriten der Tour de France 2020 liegen anderthalb Wochen vor dem Start in Nizza vereint im Lazarett. Für die Sieganwärter wird es ein Wettlauf gegen die Zeit - und für den völlig formschwachen Chris Froome scheint der schon verloren.

„Bei Emanuel müssen wir jetzt von Tag zu Tag schauen und Entscheidungen treffen. Prellungen und Hämatome können natürlich auch super langwierig sein“, sagte Bora-hansgrohe-Teamchef Ralph Denk dem Sport-Informations-Dienst (SID) zum Zustand seines Kapitäns. Der deutschen Hoffnung für die Tour de France 2020 droht nach seinem Sturz bei der Dauphine, bei dem er sich starke Prellungen im Rücken- und Gesäßbereich zuzog, nun kurz vor der Großen Schleife eine längere Trainingspause.

Tour de France 2020: Sorgen um Favoriten

Ob Buchmann beim geplanten Höhentrainingslager in Livigno noch einmal an seiner bis dato guten Form feilen kann, steht deshalb noch in den Sternen. Eine Prognose sei schwierig, sagte Denk.

Neben dem Vorjahresvierten erwischte es beim deutschen Topteam Bora-hansgrohe auch noch Buchmanns Helfer Maximilian Schachmann und Gregor Mühlberger, die sich zuletzt glänzend präsentiert hatten. „Mit Blickwinkel auf unsere Mannschaft war es natürlich sehr bitter. Die Tour de France geht schon in knapp zwei Wochen los. Insofern war es schon ein harter Schlag für uns“, betonte Denk. Immerhin: Schachmann muss trotz eines Schlüsselbeinbruchs nicht operiert werden. Hinter seinem Tourstart steht laut Denk trotzdem „ein großes Fragezeichen“. Ob Buchmanns Tour-Ziel „Podium“ nach unter korrigiert werden müsse, würden die nächsten Tage zeigen, sagte Denk.

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Bernal verletzt, Froome und Thomas formschwach

Doch nicht nur bei Bora-hansgrohe sind die Sorgenfalten nach dem von schweren Stürzen überschatteten Wochenende riesig. Auch beim Team Ineos dürfte das Toptrio den Verantwortlichen schlaflose Nächte bereiten: Vorjahreschampion Bernal musste bei der Dauphine bereits vor der vierten Etappe wegen einer Rückenverletzung aussteigen, Froome zeigte sich ohne Verletzungssorgen erneut formschwach. Der 35-Jährige Brite war vor allem bei den Anstiegen chancenlos, lag am Ende fast eineinhalb Stunden hinter Gesamtsieger Daniel Martinez (Kolumbien/EF Pro Cycling). Geraint Thomas, Tour-Sieger von 2018, trudelte mit fast einer Stunde Rückstand als 37. des Gesamtklassements ein.

Enttäuscht über die schwachen Vorstellungen ließ Ineos-Sportdirektor Gabriel Rasch seinem Frust freien Lauf. „Chris muss sich definitiv verbessern, genau wie Geraint. Auf der Dauphine waren sie nicht gut genug“, polterte er, hat aber noch ein wenig Hoffnung bis zum Start der Tour de France 2020 in Nizza am 29. August: „Geraint und Chris machen weiterhin ein wenig Fortschritte, Schritt für Schritt. Sie sind noch nicht an der Spitze, aber ich bin optimistisch, dass sie bis zum Grand Depart einen weiteren Schritt nach vorn machen.“

Auch Kruijswijk und Roglic stürzen

Ebenso erschüttert sind die Tour-Hoffnungen des großen Rivalen Jumbo-Visma. Starfahrer Steven Kruijswijk stürzte schwer, wenig später erwischte es seinen Kapitän Roglic heftig. Kruijswijk gab mit ausgekugelter Schulter auf, Tour-Mitfavorit Roglic, der sich in glänzender Verfassung präsentiert hatte, trat trotz Gesamtführung am Sonntag nicht mehr an. „Viele Tour-Favoriten sind gestürzt. Es war schon dramatisch“, befand Denk.

Bis zum Start der Tour de France am Samstag der kommenden Woche heißt es also primär: „Wunden lecken“, sagte Denk. Viel Zeit dafür bleibt dem großen Favoritenkreis im Lazarett nicht. (dhe/sid)

 
 

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