Tour de France 2020: Das sind die deutschen Hoffnungsträger

Tour de France 2020: Emanuel Buchmann ist die größte deutsche Hoffnung.
Tour de France 2020: Emanuel Buchmann ist die größte deutsche Hoffnung.
Foto: imago images/Panoramic International

Ein Dutzend deutscher Radprofis nimmt am Samstag in Nizza die Tour de France 2020 in Angriff, die größten Hoffnungen ruhen dabei auf den schmalen Schultern des angeknockten Buchmann.

Welche deutschen Fahrer dabei sind und welche Chancen sie bei der Tour de France 2020 haben, liest du hier!

Tour de France 2020: Die deutschen Hoffnungen ruhen auf Buchmann

Der tapfere Emanuel Buchmann hat trotz aller Sturzschmerzen den Traum vom Podest nicht abgehakt, Lokomotive Tony Martin soll seinen Boss Primoz Roglic ins Gelbe Trikot schuften - die einst mächtigen Sprinter um Dauerbrenner Andre Greipel spielen hingegen nicht mehr in der ersten Liga.

„Es wird besser, in drei Tagen wird das weg sein“, lautete die Schmerz-Bestandsaufnahme Buchmanns im ZDF vor der Anreise an die Cote d'Azur. Nach seinem bösen Crash bei der Dauphine vor knapp zwei Wochen drohte das Tour-Aus, jetzt will der Bora-Kapitän zumindest den Weg in Richtung Paris in Angriff nehmen. Doch angesichts der Sturznachwehen ist für den 27-Jährigen der eigene Körper eine Wundertüte.

„Es ist nicht vorauszusagen, in welcher Form ich am Start stehen werde. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es einigermaßen gut geht, es kann auch auch nach hinten losgehen - wir versuchen es aber auf jeden Fall“, sagte Buchmann, der immerhin auf seinen ebenfalls vom Tour-Aus bedrohten Adjutanten Max Schachmann bauen kann. Der Paris-Nizza-Sieger startet trotz Schlüsselbeinbruch und sagt: „Ich hoffe, dass ich mit den Schmerzen umgehen kann.“

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Die deutschen Teilnehmer der Tour de France 2020:

  • Emanuel Buchmann (Team Bora-hansgrohe)
  • Maximilian Schachmann (Team Bora-hansgrohe)
  • Lennard Kämna (Team Bora-hansgrohe)
  • Nikias Arndt (Team Sunweb)
  • Tony Martin (Team Jumbo-Visma)
  • Simon Geschke (Team CCC)
  • John Degenkolb (Team Lotto Soudal)
  • Nils Politt (Team Israel Start-Up Nation)
  • André Greipel (Team Israel Start-Up Nation)
  • Roger Kluge (Team Loto-Soudal)
  • Jonas Koch (Team CCC)
  • Max Walscheid (Team NTT)

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Buchmanns Dauphine-Malheur ist doppelt schmerzhaft: Nach wochenlanger Schinderei war er in Topform, hätte sich im Kampf um Gelb nicht vor den Topfavoriten Primoz Roglic und Egan Bernal verstecken müssen - das erste Tour-Podium für einen Deutschen seit Andreas Klöden 2006 wäre für den Vorjahresvierten machbar gewesen. Jetzt geht es darum, beim schweren Auftakt Schadensbegrenzung zu betreiben. „Einrollen gibt es nicht“, weiß Buchmann.

Tony Martin, der ewige Arbeiter

Keine Wundertüte, sondern die Verlässlichkeit in Person ist Tony Martin. Der viermalige Zeitfahrweltmeister jagt zwar mit 35 Jahren kaum mehr persönlichen Erfolgen hinterher, ist aber als „Road Captain“ und nimmermüdes Arbeitstier für Roglics Team Jumbo-Visma unersetzlich - die Niederländer verlängerten deshalb seinen Vertrag bis 2022.

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„Ich liebe es, für dieses Team zu kämpfen, genieße meine Rolle. Unsere Leader geben so viel zurück, es macht einfach Spaß“, sagte Martin, der bei seinen jüngsten fünf Tourstarts nur einmal ins Ziel kam - im Vorjahr wurde er nach einem Handgemenge mit Ineos-Profi Luke Rowe disqualifiziert.

Altmeister Greipel und John Degenkolb

Zum zehnten Mal in Folge geht Sprinter Greipel (38) in die Tour, ist der viertälteste Starter. Vier Jahre liegt der letzte seiner elf Etappensiege zurück, zu den allerschnellsten Alphatieren gehört der „Gorilla“ nicht mehr - doch Greipel, der im ersten Jahr für Neuling Israel Start-Up! Nation fährt, ist Teil von etwas Historischem: „Es wird eine großes Fest für das erste israelische Tour-Team mit dem ersten israelischen Tour-Fahrer.“

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Für den bislang letzten deutschen Etappensieg sorgte John Degenkolb vor zwei Jahren in seinem „Wohnzimmer“ Roubaix, doch Wunderdinge sind von dem Klassikerjäger diesmal nicht zu erwarten. Sein Hauptjob: Vorarbeit für Lotto-Soudal-Sprinstar Caleb Ewan leisten. „Aber es gibt auch eine Menge mittelharte Etappen, wenn wir die Chance auf ein Ergebnis sehen, werde ich meine Freiheiten bekommen“, sagte der 31-Jährige. (sid/fs)

 
 

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