Tennis: Sexismus-Vorwürfe gegen ATP nach skurriler Auslosung

Normalerweise wäre auch Alexander Zverev bei den NextGen-Finals dabei - der Deutsche schlägt jedoch eine Woche später bei den ATP-Finals in London auf.
Normalerweise wäre auch Alexander Zverev bei den NextGen-Finals dabei - der Deutsche schlägt jedoch eine Woche später bei den ATP-Finals in London auf.
Foto: dpa

Mailand. Die Vereinigung der Profi-Tennisspieler ATP und Sponsor Red Bull haben sich mit einer peinlichen Eröffnungszeremonie Sexismusvorwürfe eingehandelt. Bei der Auslosung des erstmals ausgetragenen ATP-Finals der sogenannten "NextGen" in Mailand (7. bis 12. November) mussten die Jungprofis am Sonntagabend Models auswählen, die hinter ihrem Rücken Schilder für die Gruppen A und B versteckt hielten. Daraufhin äußerten vor allem aktuelle und ehemalige Spielerinnen ihren Unmut über die ATP.

"Guter Job, ATP. Sollte wohl ein futuristisches Event werden, richtig?", fragte die Weltranglisten-38. Alize Cornet aus Frankreich mit klatschenden Hände-Emojis bei Twitter. Ihre 2009 zurückgetretene Landsfrau Amelie Mauresmo, zweimalige Grand-Slam-Siegerin, nannte die Veranstaltung eine "Schande".

Daraufhin entschuldigten sich die ATP und Red Bull in einem Statement. "Unsere Absicht war, das reiche Erbe Mailands als eine der Modehauptstädte der Welt (in unsere Zeremonie) zu integrieren. Allerdings war die Durchführung geschmacklos und inakzeptabel", hieß es in der Mitteilung.

Der Südkoreaner Chung Hyeon hatte einem Model ihren Handschuh sogar mit den Zähnen ausziehen sollen. Da der neue Weltranglistendritte Alexander Zverev (Hamburg) eine Woche später beim ATP-Finale in London antreten wird, ist in Mailand kein Deutscher am Start. (sid)

 

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