Schrader will "auch mal gesund werden"

Michael Schrader nach dem Sieg in Götzis.
Michael Schrader nach dem Sieg in Götzis.
Foto: Reuters
Seit 2009 war der Duisburger Zehnkämpfer Michael Schrader fast ständig verletzt. Zuvor hatte er noch den berühmten Zehnkampf in Götzis gewonnen.

Duisburg.. Der Duisburger Zehnkämpfer Michael Schrader spricht über die Freisprechanlage seines Autos. „Das ‚S‘ könnte schwer werden. Meine Zunge ist betäubt.“ Der 24-jährige war gerade in Köln beim Bundeswehrzahnarzt. Schrader ist Teil des Bundeskaders und in der Bundeswehr- Sportfördergruppe. Sein Vertrag als Sportsoldat wurde erst vor kurzem bis Ende 2013 verlängert. „Ich habe das Glück, dass ich 2009 sehr gute Leistungen gebracht habe. Deshalb bin ich noch im Kader, obwohl ich seitdem fast ständig verletzt war.“ 2009 hatte Schrader den Zehnkampf in Götzis, dem sogenannten „Zehnkampfmekka“, gewonnen. Dieser jährliche Wettkampf gilt, neben der Weltmeisterschaft und Olympia, als der bedeutendste für die Zehnkämpfer.

Doch in den letzten gut drei Jahren ist es stiller um den Olympia-Zehnten von 2008 geworden. In Götzis verpasste er dieses Jahr die Qualifikation für London und zog sich erneut eine Verletzung zu. „Selbst wenn ich mich für Olympia qualifiziert hätte, ich hätte nicht starten können“, seufzt Schrader. Die Zehnkämpfer trainieren sehr hart, und deshalb sind Verletzungen nicht selten. Und doch sagt Schrader frustriert: „Es ist immer wieder der rechte Fuß, sonst habe ich keine Probleme.“ Geholfen wird ihm jetzt von Bayern-München-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. „Kurt Bendlin hat den Kontakt hergestellt.“ Bendlin, der Olympiadritte von 1968 und ehemalige Zehnkampfweltrekordler kennt Müller-Wohlfahrt noch aus seiner aktiven Zeit. Schon sechsmal war Michael Schrader seitdem in München. Zuletzt sogar zwei Wochen am Stück. Und nicht umsonst: „Der Doktor macht mir gute Hoffnungen, dass ich bald wieder starten kann. Ich muss ja auch mal gesund werden“, zeigt sich Schrader weiter kämpferisch.

Von Schrader werden gute Leistungen erwartet

Gute Leistungen werden von ihm auch wieder erwartet. Sonst könnte es im nächsten Jahr eng werden mit dem Kaderplatz und der weiteren Sportförderung durch die Bundeswehr. „Wenn man keinen Platz in der Bundeswehr- oder Polizeisportfördergruppe hat, ist Profisport unmöglich. Eine Förderung gibt es gar nicht.“

Schrader ist damit zum Erfolg verdammt. Im nächsten Jahr ist der Wettkampf in Götzis erneut sein großes Ziel. Wenn in der Reha alles gut klappt und er vorher einen guten Referenzwettkampf aufweisen kann, wird Schrader dort starten können. „Im Normalfall muss man sich natürlich dafür qualifizieren. Aber da ich den Wettkampf schon einmal gewonnen habe, bekomme ich wohl eine Wildcard. Ich gebe die Hoffnung nicht auf“, sagt der Sportler von Bayer Uerdingen, der seine Karriere beim Homberger TV begann. Schrader hofft, dass alles so funktioniert, wie er sich es vorstellt. Dann können die Duisburger 2016, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, vielleicht wieder über einen Zehnkämpfer aus ihrer Stadt jubeln.

 
 

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