Niki Lauda tot: Diese wunderbare Anekdote zeigt den bitterbösen Humor der Legende

Niki Lauda ist mit 70 Jahren verstorben.
Niki Lauda ist mit 70 Jahren verstorben.
Foto: dpa

Wien. Niki Lauda gehörte zu den ganz Großen der Formel 1. Zwischen 1974 und 1984 holte der Österreicher, der eigentlich Andreas Nikolaus Lauda hieß, drei Weltmeistertitel, gewann 25 Rennen.

Auch sein schrecklicher Unfall im Jahr 1976 konnte Lauda nicht stoppen. Auf dem Nürburgring verunglückte der damals 27-Jährige schwer, konnte gerade noch aus seinem brennenden Ferrari gerettet werden. Doch der Unfall hinterließ Spuren, große Teile von Laudas Geschichtshaut erlitten schwere Verbrennungen, auch der Rest seines Körpers litt unter den Folgen dieses Unfalls. Nun verstarb er im Alter von 70 Jahren.

Niki Lauda ging offen mit seinem Unfall um

Der Unfall definierte Niki Laudas Karriere fortan. Lauda kämpfte sich zurück, wurde ein Jahr nach dem Crash zum zweiten Mal Weltmeister und holte nach seiner Rückkehr in die Formel 1 1984 seinen dritten und letzten Titel.

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Niki Lauda verschwieg seinen Unfall nie, ging das Thema offensiv und mit bitterbösem Humor an. Das zeigt auch eine Anekdote, die Lauda 2013 im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ anlässlich der Premiere des Films „Rush“ gab, der von der Rivalität zwischen Niki Lauda und James Hunt erzählt. In dem Interview erzählt Lauda, wie er die Moderatorin einer US-Morningshow narrte.

Wie Niki Lauda mit einem Kipferl für Fassungslosigkeit sorgte

„Na ja, das war eine von diesen amerikanischen Morningshows, die kamen zum Nürburgring, und so eine Frau, groß, blond, alles dran, wollte mich an der Unfallstelle interviewen. Die hatten sich alle gesagt: Ui, der wird sicher weinen, das wird ein ganz großer emotionaler Moment! Ich hab mir aber vom Hotelbuffet ein Kipferl mitgenommen und das vorher ins Gras gelegt. Die fängt an: „Mister Lauda, how is it to be here ...“ Sag ich: „Just a moment!“ und geh ein paar Schritte ins Gras. Fragt sie: „What are you doing?“ Sag ich: „Oh look, here's my ear!“ Die war fertig. Die hat die Fassung verloren. Die mussten alles noch mal drehen.“

Daniel Brühl kann so viel Kaltschnäuzigkeit kaum fassen: „Unfassbar!“ Doch Lauda verfolgte mit der bitterbösen Aktion ein klares Ziel: „Wenn man verletzt ist oder im Rollstuhl sitzt, irgendein Handicap hat, dann ist das ein guter Weg, diese endlosen peinlichen Situationen zu überwinden. Nur so kann man zeigen: Es belastet mich nicht. Ich kann damit umgehen.“

Tod war in der Formel 1 allgegenwärtig

Zu Laudas Zeiten war der Tod in der Formel 1 eine allgegenwärtige Gefahr. Allein zwischen 1974 und 1982 starben sechs Fahrer bei Rennen, darunter auch Vize-Weltmeister Gilles Villeneuve. Lauda sah seinen Job mit radikaler Ehrlichkeit: „Ich wusste immer: In der nächsten Runde kann ich tot sein.“

 
 

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