NFL: Pittsburgh-Steelers-Profi Le'Veon Bell verzichtet freiwillig auf 14,5 Millionen Dollar – aus diesem Grund

Die Pittsburgh Steelers haben Streit mit NFL-Profi Le'Veon Bells.
Die Pittsburgh Steelers haben Streit mit NFL-Profi Le'Veon Bells.
Foto: imago/ZUMA Press

Pittsburgh. Schon seit geraumer Zeit hat man NFL-Profi Le'Veon Bell bei den Pittsburgh Steelers nicht mehr zu Gesicht bekommen. Der Grund: Ein Streit mit seinem Klub. Jetzt ließ der Sportler die letzte Frist zur Vertragsunterschrift verstreichen, sitzt die Angelegenheit aus und verzichtet auf satte 14,5 Millionen Dollar. Die Saison ist für den Streikprofi gelaufen.

Bell, Hobby-Rapper mit großem Ego, ist nicht der erste und sicher nicht der letzte NFL-Millionär, der sich aus Frust über die eigene Situation in den Schmollwinkel zurückzieht.

NFL: Le'Veon Bell streikt sich bei den Pittsburgh Steelers raus

Bei den Seattle Seahawks ließ Starspieler Earl Thomas im Sommer die komplette Vorbereitung sausen und tauchte erst wenige Tage vor dem Saisonstart auf. Abgesehen von finanziellen Einbußen hatte die Arbeitsverweigerung keine Folgen.

Aber warum nehmen sich die Profis solche Dinge heraus? Le'Veon Bell, einer der besten Running Backs der Liga, kämpft um einen langfristigen, hochdotierten Vertrag. Mit den Steelers konnte sich der 26-Jährige wiederholt nicht einigen, also nutzte der Klub den sogenannten Franchise Tag – und das gleich zweimal.

NFL-Profi Le'Veon Bell: „Urteilt nicht über mich“

Dieser erlaubt es NFL-Teams, Spieler, deren Vertrag ausläuft, für ein weiteres Jahr an sich zu binden. Dafür müssten die Pittsburgh Steelers Bell mindestens 120 Prozent seines vorherigen Gehalts auszahlen, in seinem Fall sind das eben 14,5 Millionen Dollar. Doch der dreimalige Pro-Bowler, bereits zweimal in der NFL wegen Drogenkonsums gesperrt, könnte mehr verdienen.

Und deshalb ist Le'Veon Bell sauer. Zuletzt postete er Tweets, die auf dem Kopf standen. „Urteilt nicht über mich wegen meiner Entscheidungen", schrieb Bell: „Die meisten Menschen können nicht zwischen den Zeilen lesen. Ich entschuldige mich nicht für etwas, das ich richtig finde."

Unter dem Namen „Juice“ veröffentlichte Bell 2016 einen Rap-Song. „Don't worry about my focus", also „Macht euch keine Sorgen über meinen Fokus", gab der Profi damals von sich und schwärmte von seinen Qualitäten, etwa so: „Ich stehe an der Spitze, und wenn nicht, bin ich am nächsten dran."

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NFL: Pittsburgh Steelers sitzen am längeren Hebel

Nun, derzeit ist das Multitalent ganz und gar nicht oben, sondern weg vom Fenster. Die Pittsburgh Steelers können es verschmerzen. Sein Ersatzmann James Conner funktioniert, die Mannschaft auch. Auch deshalb verkneift sich Quarterback Ben Roethlisberger jede Kritik. „Ich gebe keinen Kommentar über jemanden ab, der jetzt nicht hier in der Kabine ist."

Bell wurde 2013 von den Pittsburgh Steelers gedraftet und erhielt einen Rookie-Vertrag über vier Jahre. Das ganz große Geld gibt es aber erst bei der nächsten Unterschrift. Und hier hakt es. Zwar konnten die Steelers Bell nicht zum Arbeiten zwingen, müssen ihm aber auch kein Gehalt zahlen. Der NFL-Klub sitzt am längeren Hebel. „Es ist schwierig, der Held in einer Stadt zu sein, wo du als der Bösewicht gesehen wirst", schrieb Bell zuletzt voller Enttäuschung.

Ein Grund, warum er seinen Streik nicht beendete, ist die Gefahr einer Verletzung – die mit einer schlechteren Verhandlungsposition verbunden wäre. So lief es bei Earl Thomas.

Der 29-jährige brach sich am vierten Spieltag das Bein, seine Saison ist gelaufen. Als er vom Feld transportiert wurde, zeigte er den Verantwortlichen der Seahawks den Mittelfinger. Seine Zukunft in der NFL? Offen. (dpa/cs)

 
 

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