Michael Schumacher – Vertrauter schießt gegen RTL: „Maximal frustriert“

Jean Todt und Michael Schumacher.
Jean Todt und Michael Schumacher.
Foto: dpa

Er gehörte zu den wichtigsten Weggefährten von Michael Schumacher in der Formel 1: Jean Todt. Zwischen 1993 und 2008 arbeitete der Franzose als Teamchef vom Ferrari. Er war es, der Michael Schumacher 1996 zu Ferrari holte - und damit die erfolgreichste Ära des Rennstalls einleitete.

Noch heute ist Jean Todt ein Vertrauer des Champions, besucht ihn sogar nach dem schweren Ski-Unfall im Jahr 2013. Dem Rennsport ist Todt auch nach seiner Zeit bei Ferrari treu geblieben. Seit 2009 ist er Präsident des Welt-Automobilverbands FIA.

Jean Todt schießt gegen RTL

Doch mit dem langjährigen deutschen Formel-1-Sender RTL hat Todt offenbar ein großes Problem. Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ lederte Todt jetzt ordentlich gegen den Kölner Privatsender: „Ich habe durch Zufall kürzlich die Übertragung des Großen Preises von Brasilien bei RTL gesehen und wurde dadurch zum maximal frustriertesten Fernsehzuschauer, den man sich vorstellen kann.“

------------------------------------

• Mehr Themen:

Michael Schumacher: Sein Team postet Gänsehaut-Foto

Vorsicht Fake-News: Warnung vor „trauriger Nachricht“ zu Michael Schumacher

Michael Schumacher: Ehemalige Weggefährten sind regelmäßig bei ihm zu Besuch – und alle haben das Gleiche zu berichten

------------------------------------

Todt war wütend, weil RTL seiner Meinung nach zu häufig Werbung sendete: „Weil ich mehr Werbung geliefert bekam als ein Formel-1-Rennen. Wenn ich ein deutscher Formel-1-Fan wäre und RTL sehen würde, sorry, dann wäre ich über die Formel 1 frustriert.“

RTL wehrt sich gegen Vorwürfe von Jean Todt

Und weiter: „In den vergangenen 30 Jahren habe ich es nicht versäumt, einen Grand Prix zu sehen, und ich habe gelernt - auch durch meine RTL-Erfahrung: es kommt bei deinem Urteil über Rennen darauf an, wo und wie du einen Grand Prix sehen kannst oder musst.“

Die Kritik eines solchen Schwergewichts ließ RTL nicht lange auf sich sitzen. „Seit 1991 übertragen wir nun die Formel 1, das Geschäftsmodell ist seither immer das Gleiche geblieben“, sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe in einer Stellungnahme.

Hat Jean Todt bewusst übertrieben?

„Wir sind nicht beitragsfinanziert und deshalb müssen wir unser Geld durch Werbung verdienen. Nur so sind wir in der Lage, den vielen Millionen Fans diesen hochattraktiven und entsprechend teuren Sport seit 27 Jahren kostenlos frei Haus liefern zu können“, so der Sportchef von RTL weiter.

Außerdem stellte er klar, dass Todts Rechnung, wonach mehr Werbung als Rennen gezeigt werde, nicht der Wahrheit entspreche: „Der Gesetzgeber schränkt die Dauer von Werbung übrigens auf maximal 12 Minuten pro Stunde ein. Entsprechend ist Jean Todts Rechnung nicht richtig.“

 
 

EURE FAVORITEN