Michael Schumacher: Management veröffentlicht Statement – und übersieht DAS

Der Zustand von Michael Schumacher sorgt weiter für Wirbel.
Der Zustand von Michael Schumacher sorgt weiter für Wirbel.
Foto: imago images / Sven Simon

Der 29. Dezember 2013 veränderte das Leben von Michael Schumacher radikal. Fast sechs Jahre ist es her, dass die Formel-1-Legende beim Skifahren in Meribel (Frankreich) stürzte, mit dem Kopf aufschlug und sich schwere Verletzungen zuzog.

Nach dem schrecklichen Unfall lag Michael Schumacher monatelang im Krankenhaus von Grenoble, bevor er im Sommer 2014 entlassen wurde. Seit nunmehr fast sechs Jahren rätseln Millionen Fans: „Wie geht es Schumi?“

Michael Schumacher: Wirbel um seinen Zustand

Bekannt ist: Der 50-Jährige befindet sich seit dem Sturz in medizinischer Reha, lebt zurückgezogen auf seinem Anwesen in der Schweiz.

Dort schirmt seine Familie ihn komplett von der Öffentlichkeit ab. Nahezu kein Detail über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher dringt an die Öffentlichkeit. Nun allerdings gab es ein große Jubiläum für Schumi.

Am 13. November 1994, gewann Schumi beim Großen Preis von Australien seinen ersten WM-Titel. 25 Jahre später widmet RTL am Mittwochabend der Formel-1-Legende einen Themenabend.

Michael Schumacher: Management macht Fehler bei Erinnerung an Triumph

Auch sein letztes Formel-1-Team, Mercedes, gratulierte Schumi zum Jubiläum.

Auch das Management von Schumi veröffentlichte via Twitter eine Botschaft an die Fans, um an den legendären Titel von 1994 zu erinnern.

Doch kundigen Fans fällt dabei ein Detail auf. Den das erste Foto vom jubelnden Schumi zeigt ihn gar nicht nach seinem ersten WM-Sieg - sondern in seinem Benetton von 1995, als Schumi seinen zweiten WM-Titel holte.

Neben Details wie Sponsoren und einigen farblichen Veränderungen, fällt sofort die Startnummer 1 ins Auge. Die bekommt traditionell immer der amtierende Weltmeister - und das war 1994 der Franzose Alain Prost und nicht Michael Schumacher. Das Bild zeigt Schumi nach dem Sieg beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim.

Einige Fans ärgern sich auch über diesen Fakt und weisen auf den Fehler hin. Die meisten schwelgen allerdings im Erinnerungen an ihren Helden.

Nur die engsten Vertrauten haben Zugang zum siebenmaligen Formel-1-Weltmeister. Äußern diese sich anschließend über den Gesundheitszustand des früheren Rennfahrers, sorgt das sogleich für Wirbel.

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Stephan Weichert, Professor für Kommunikation und Journalistik an der Hamburg Media School, hat Verständnis für den anhaltenden Wirbel um Schumis Zustand. „Man sorgt sich um diesen Nationalhelden, mit dem sich viele identifizieren konnten. Die Frage nach seinem Zustand ist ein ungeklärtes Thema. Wenn es solange anhält, macht es aus Mediennutzersicht auch unzufrieden.“

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Experte Stephan Weichert: „Das ist eine Art von Verarbeitung“

„Dieser Vergemeinschaftungsprozess, der da vor sich geht, sich nochmal als Fangemeinde von Michael Schumacher miteinander verbunden zu fühlen, ist eine gesellschaftlich interessante und relativ neue Sache, die bei Twitter, Facebook oder Instagram auch erst seit einigen Jahren so möglich ist“, erklärt Weichert im DPA-Interview. „Das ist eine Art von Verarbeitung, weil es sonst keine andere Art gibt, sich zu informieren oder zu spekulieren.“

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„Solche Mitleidsbekundungen über soziale Medien ermöglichen eine Art von Anteilnahme oder einen Ausdruck von Trauer und Mitleid mit dem Opfer. Das ist erstmal keine schlechte Sache, obwohl es relativ oberflächlich ist.“

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Selten, ganz selten gibt es dann doch Hinweise auf den Gesundheits-Zustand der Rennsport-Legende. Dem Radiosender „Radio Monte Carlo“ verriet Jean Todt, als Teamchef von Ferrari lange Zeit an Schumachers Seite: „Ich kann nur sagen, dass seine Familie sich gerade gut um ihn kümmert und er weiterhin kämpft.“

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Jean Todt: „Michaels Gesundheit ist Privatsache“

„Seine Familie kämpft genauso, und natürlich kann unsere Freundschaft nicht mehr so sein, wie sie einmal war. Eben weil wir nicht mehr dieselbe Kommunikation haben wie früher“, hatte Todt der „Welt“ bereits vor Monaten gesagt.

Details wollte aber auch der 73-Jährige nicht verraten. „Michaels Gesundheit ist Privatsache“, stellt Todt klar, und führte später in der italienischen Zeitung „La Republicca“ aus: „Die Familie entscheidet, was sie sagen wollen und was nicht. Den Wunsch respektieren wir. Denn Michael sprach nie von seinem Privatleben, er präsentierte nie Fotos seiner Kinder.“

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(dso)

 
 

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