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Krause beendet mit Bronze-Sensation WM-Flaute auf der Langstrecke

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Beijing 2015 IAAF World Championships Foto: dpa
Gesa Felicitas Krause hat in Peking überraschend Bronze geholt – und damit den ersten WM-Podestplatz für eine deutsche Langstrecklerin seit 1991.

Peking. 

1000 Meter vor dem Ziel ist es Gesa Felicitas Krause dann wirklich klar geworden, dass sie bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Peking eine Überraschung, nein, eine Sensation aus deutscher Sicht in ihren Beinen haben könnte. “Okay, das ist dein Rennen habe ich gedacht. Das Tempo war so niedrig, weil sich alle nur belauert haben. Jetzt musst du konzentriert sein. Wenn auf die Tube gedrückt wird, wenn die Post abgeht, dann gehst du mit, Gesa”, gab die Bronzemedaillengewinnerin über 3000 Meter Hindernis nach ihrem Parforce-Ritt über die Hindernisse und den Wassergraben einen Einblick in ihr Innenleben. Und die gerade erst 23 Jahre alte Krause hörte auf ihre innere Stimme, holte alles aus ihrem Körper heraus. In 9:19,25 Minuten verpasste sie hinter der Siegerin Hyvin Jepkemoi (9:19,11 Minuten) aus Kenia und der Olympia-Zweiten Habiba Ghribi aus Tunesien (9:19,24) Silber nur um eine winzige Hundertstelsekunde.

50 Kilo auf 167 Zentimeter verteilt. Wer Gesa Felicitas Krause gegenüber steht, denkt eher, dass sie noch leichter ist. Die Frankfurterin mit den großen grünen Augen und den getuschten Wimpern wirkt zierlich, fast schon zerbrechlich. Ein weiterer Blick auf ihre definierte Beinmuskulatur und den Sixpack zwischen Oberteil und Hose reicht, um zu erkennen, welche Energie wirklich in ihr steckt.

Krause hat zur Langstrecken-Szene eine besondere Beziehung

Und das hat sie im Vogelnest beeindruckend bewiesen. Sie ist die einzige deutsche Langstrecklerin in Peking. Und wer die Bedeutung ihrer Bronzemedaille richtig einschätzen will, braucht nur einen Blick in die Statistik zu werfen. Bei Weltmeisterschaften stand als letzte deutsche Langstrecklerin Katrin Dörre-Heinig 1991 als Dritte im Marathon auf dem WM-Podest. Damit schließt sich ein Kreis, der Ehemann der Marathonläuferin, Wolfgang Heinig, ist Krauses Trainer.

Und zum größten Erfolg der deutschen Langstrecken-Szene in den vergangenen Jahrzehnten hat Krause auch eine besondere Beziehung. “Ich bin am 3. August 1992 geboren”, erzählte die EM-Dritte von 2012. “Zwei Tage später hat Dieter Baumann bei den Olympischen Spielen in Barcelona Gold über 5000 Meter gewonnen. Meine Eltern haben mir schon früh gesagt, das sei ein Omen.”

Krause zum Doping: „Lege für niemanden meine Hand ins Feuer“

Und ihr furioses Finale in Peking erinnerte tatsächlich an Baumanns Sturmlauf in Barcelona. Ihr Aufwand für solche Erfolgsmomente ist allerdings enorm. Seit November 2014 hat sie schon fünf je dreiwöchige Höhen-Trainingslager absolviert. Drei in Kenia, je eins in Flagstaff/Arizona und Davos. Viel Zeit für die Familie und ihren Freund bleibt nicht. “Manchmal ist es schon hart”, gibt sie zu. “Wir kriegen das aber hin. Mein Freund war zuletzt auch eine Woche mit in Davos. Wenn man es will, geht vieles.”

In der Höhe Kenias holt sie sich seit 2010 die Härte für die Wettkämpfe. Natürlich beschäftigt sich die Studentin auch mit den Dopingfällen der ostafrikanischen Laufszene. “Ich stelle nicht jeden gleich unter Dopingverdacht, lege aber auch für niemanden meine Hand ins Feuer”, sagt Krause. “Die gesamte Leichtathletik ist von der Problematik betroffen. Ich hoffe, dass jetzt diese Welle von Fällen andere abschrecken wird, ihre Leistung durch Betrug zu steigern.”

Gesa Felicitas Krause erzählt dies alles sehr sachlich. Sie schreit nicht ihre Freude lauthals heraus, wie es Kugelstoßerin Christina Schwanitz nach dem Gold getan hat. “Ich bin unheimlich glücklich”, sagt die Frau des Abends aus deutscher Sicht. “Wenn ich gleich mein Handy anmache und es dann wahrscheinlich ununterbrochen klingeln wird, dann werde ich wohl erst richtig verstehen, was ich heute geschafft habe.”