Handball WM 2019: ARD-Experte Dominik Klein im DER WESTEN-Interview mit musikalischer Titel-Wette

Dominik Klein (li.) bejubelt den WM-Titel gemeinsam mit Michael Kraus.
Dominik Klein (li.) bejubelt den WM-Titel gemeinsam mit Michael Kraus.
Foto: Imago/Sven Simon

Weltmeister, ARD-Experte, Botschafter der Handball WM 2019 - Dominik Klein ist derzeit ein viel gefragter Mann. Kein Wunder: Er weiß, wie es sich anfühlt, Weltmeister im eigenen Land zu werden.

Denn der 35-jährige ehemalige Handballer vom TV Großwallstadt, THW Kiel und HBC Nantes war Teil des Wintermärchens 2007.

Handball WM 2019: Dominik Klein im Interview

DER WESTEN hat mit dem Weltmeister über die anstehende Handball WM 2019, die deutschen Aussichten und seine Gesangskünste gesprochen.

Dominik, Du bist als Münchner WM-Botschafter und ARD-Experte im Einsatz – wie wirst du die Handball WM 2019 erleben?

Ich bin am Dienstag nach Berlin gereist, am nächsten Montag steht für die ARD das erste deutsche Spiel an. Vorher übertragen wir die Pressekonferenzen und öffentlichen Trainingseinheiten per Facebook Live. Wir geben wirklich Vollgas, um die TV-Zuschauer mitzunehmen.

Die letzten Monate war ich außerdem als WM-Botschafter für München viel unterwegs. Ich habe versucht viel Aufmerksamkeit auf die WM zu richten, habe die bekannten Münchner Vereine besucht und mit Spielern wie Manuel Neuer oder Alex King von den Bayern Basketballern über Handball gesprochen. Ich denke wir haben da eine gute Arbeit gemacht.

Auch der WM-Song „Stand Up, Stand out“ ist von Dominik Klein. Singst Du jetzt etwa auch noch?

(lacht) Da haben mich schon einige drauf angesprochen, offenbar weil sie es mir zugetraut hätten. Und ich nach der ein oder anderen Meisterschaftsfeier auf dem Rathausplatz in Kiel mal ein Lied angestimmt habe.

Aber Spaß bei Seite, das ist mein Namensvetter. Der Junge hat es drauf. Er wird vor dem Eröffnungsspiel seinen ersten Auftritt haben. Ich habe schon zu ihm gesagt, wenn du noch ein Tipp brauchst, wie es ist, vor 20.000 Zuschauern aufzutreten, sag Bescheid.

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Gibt’s bei einem möglichen deutschen WM-Titel dann Dominik Klein im musikalischen Duett?

(lacht) Schauen wir mal. Die Wette würde ich annehmen.

Du weißt, wie es sich anfühlt, den WM-Titel im eigenen Land zu holen. Was schießt dir als erstes in den Kopf, wenn du dich an das Wintermärchen 2007 zurückerinnerst?

Die ganze Geschichte war besonders. In Berlin angefangen bis zum Finale in Köln. Wir haben damals eine Begeisterungswelle losgetreten, das Gesamtpaket war einmalig. Mein persönliches Highlight war natürlich mein Kempa-Trick-Tor in der Verlängerung des Halbfinales gegen Frankreich.

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Wie damals geht es auch diesmal in Berlin los, dann weiter nach Köln. Siehst du weitere Parallelen?

Ich will nicht so sehr nach Parallelen suchen, sondern mehr die Jungs in den Vordergrund stellen. Ziel muss es sein mit vollem Einsatz und Leidenschaft auf dem Feld die Zuschauer in den Hallen und an den Fernsehbildschirmen mitzureißen. Dann haben wir große Möglichkeiten. Denn eine Heim-WM ist eine einmalige Chance.

Was muss passieren, dass Deutschland Weltmeister wird?

Wir brauchen den Fokus und die Einheit. Wir haben nicht die großen Stars, da sind uns andere Nationen ein bisschen voraus. Wir können es nur als Gemeinschaft schaffen eine Stimmung im Land zu entfachen, die das Team nach vorne pusht.

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Nach der EM-Enttäuschung war von atmosphärischen Störungen zwischen Bundestrainer Christian Prokop und dem Team die Rede. Ist das aus deiner Sicht alles ausgeräumt?

Das ist ad acta gelegt. Das wurde aufgearbeitet, die Offenheit und Selbstreflexion des Bundestrainers war für mich einmalig.

Der Bundestrainer hat Europameister Tobias Reichmann zu Hause gelassen, dafür den jungen Franz Semper mitgenommen. Hättest du genauso entschieden?

Ich bin kein Bundestrainer, aber ich kann es nachvollziehen. Franz Semper, das hat Christian Prokop ja auch gesagt, hat er aus taktischen Gründen mitgenommen. Er kann für Überraschungsmomente sorgen, ist noch nicht so bekannt und bringt auch eine gewisse Unbekümmertheit mit.

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Kann Franz Semper einer der Shootingstars der Handball WM 2019 werden?

Das ist vielleicht zu viel. Ich bin ein großer Fan von Fabian Wiede und traue ihm eine große Rolle zu. Aber nochmal, der Star ist das Team bei uns.

Wo siehst du Stärken, wo Schwächen beim deutschen Team?

Ich bin ja Optimist. Sicherlich werden wir uns im Angriff reinfinden müssen, uns von Spiel zu Spiel einspielen. Mit Martin Strobl, der ja wieder zurück ist, haben wir einen Spielmacher, dem ich die Rolle zutraue. Und ich bin mir sicher: Wenn Steffen Fäth gut ins Turnier reinkommt, kann er den Ausfall von Julius Kühn auffangen.

Die Stärke des deutschen Teams ist sicher der THW-Abwehrblock mit Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Andi Wolff im Tor. Dazu Finn Lemke, der es dem Gegner schon mal schwarz vor Augen werden lässt. Diese Aggressivität in der Abwehr wird wichtig sein.

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Mit wem wird es Deutschland auf dem Weg zum WM-Titel zu tun haben?

Dänemark als Mitausrichter hat auch den Heimvorteil. Die haben eine sensationelle Truppe. Ich habe mir auch Vorbereitungsspiele von Frankreich angeschaut. Die haben eine brutale körperliche Qualität. Da sind sie wirklich das Nonplusultra. Auch Europameister Spanien wird heiß sein.

Ein Finale Deutschland gegen Dänemark – das hätte doch was?

Wenn man es sich wünschen könnte, ja. Aber wir sollten nicht zu weit nach vorne schauen. Wichtig ist, dass wir in den ersten beiden Spielen gegen Korea und Brasilien gut reinkommen, dann weiß man wohin die Reise geht.

 
 

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