Formel 1: Corona-Krise stürzt Rennställe ins Chaos – kommt jetzt der große Knall?

Formel 1: Die Corona-Krise wird für Ferrari und Co. zur Zerreißprobe.
Formel 1: Die Corona-Krise wird für Ferrari und Co. zur Zerreißprobe.
Foto: imago images/ZUMA Wire

Die Corona-Krise hat die Formel 1 zum Stillstand gebracht. Die Zwangspause hat erhebliche finanzielle Konsequenzen.

Doch Sparen, das ist so eine Sache in der Formel 1. Grundsätzlich würde jedes Team gern weniger Geld ausgeben, aber noch viel grundsätzlicher möchte jeder Rennstall der beste sein. In diesem ewigen Widerstreit könnte ausgerechnet das Coronavirus zur wirtschaftlichen Gesundung führen - gelingt dies nicht, dürfte es die Formel 1 in der bekannten Form bald nicht mehr geben.

Formel 1: Corona-Krise zwingt Rennzirkus Sparkus auf

„Das Geld wird in den nächsten Jahren weniger werden. Deshalb muss man sich anpassen und darf nicht davon träumen, dass alles so werden wird wie vor COVID-19“, sagte Haas-Teamchef Günther Steiner bei motorsport-magazin.com.

Nicht nur der 2016 gegründete US-Rennstall geht am Stock. Fünf der zehn Rennställe haben ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, als erstes Werksteam vollzog Renault am Karfreitag diesen Schritt. An frisches Geld ist noch eine ganze Weile nicht zu denken. Die ersten neun Saisonrennen sind abgesagt oder verschoben, frühestmöglicher Auftakt ist der Große Preis von Frankreich Ende Juni. Wenn überhaupt, werden 2020 wohl nur Geisterrennen gefahren, um zumindest die TV-Verträge zu erfüllen.

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„Wir müssen die DNA der Formel 1 erhalten“

Sparen ist also oberstes Gebot. Deswegen soll die Budgetgrenze von 175 Millionen US-Dollar (rund 160 Millionen Euro), die 2021 eingeführt wird, noch einmal nach unten justiert werden. 150 Millionen Dollar sollen für Ferrari und Red Bull gerade noch akzeptabel sein, die große Fraktion der Kleinen würde am liebsten auf 100 Millionen Dollar runtergehen.

Nicht mit Ferrari. „Wir müssen die DNA der Formel 1 erhalten. Es geht hier um den Wettkampf der Teams“, sagte Teamchef Mattia Binotto, „da müssen wir die richtigen Prioritäten setzen und rationale Entscheidungen treffen.“ Man dürfe sich „nicht zu sehr von den Emotionen leiten lassen“, führte der Boss des viermaligen Weltmeisters Sebastian Vettel bei Sky UK aus.

Todt hofft auf Kompromiss

FIA-Präsident Jean Todt rät allerdings dringend zum Konsens, sonst könnten der Formel 1 bald die Teilnehmer ausgehen. „Ich bin mir sicher, dass viele kleine und mittelgroße Teams, viele Zulieferer und Hersteller ihre Programme prüfen werden. Vielleicht müssen sie aufhören“, sagte der Präsident des Automobil-Weltverbandes und frühere Ferrari-Teamchef bei motorsport.com.

McLaren-Boss Zak Brown unkte bereits, dass „vier Teams“ am Ende sind, sollte der Budgetdeckel nicht gesenkt werden. „Dann fahren sie gegen sich selbst. Das wird nicht funktionieren“, so Brown. Mit „sie“ meint der US-Amerikaner die Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull, wobei er den Weltmeisterrennstall ausdrücklich ausnahm: „Daimler macht einen hervorragenden Job und erkennt die Situation, in der wir uns befinden.“ Von daher könne sich jeder „ausrechnen, wer die anderen Teams sind“.

Zumindest der Südtiroler Steiner hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Der Menschenverstand in der Formel 1 sei in Zeiten der Corona-Pandemie „noch nicht ganz gesund, aber er heilt langsam“. (SID)

 
 

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