Formel 1: Ausweg aus der Coronakrise – auch DAVOR schreckt die FIA nicht zurück

Die Formel 1 liegt auf Eis – jetzt könnte die FIA zu einer ungewöhnliche Maßnahme greifen.
Die Formel 1 liegt auf Eis – jetzt könnte die FIA zu einer ungewöhnliche Maßnahme greifen.
Foto: imago images/HochZwei

Der Große Preis von Vietnam wäre als drittes Rennen in der neuen Saison der Formel 1 letzten Sonntag gestiegen. Wäre – denn stattdessen liegt der komplette Motorsport auf Eis und sogar ein kompletter Abbruch der Saison scheint nun möglich.

Schon jetzt plagen die Formel 1 Millionenverluste, die ersten Rennställe blicken in den finanziellen Abgrund. Um das Horror-Szenario eines Komplett-Abbruchs vermeiden zu können, denkt der Motorsport-Weltverband FIA nun über eine ungewöhnliche Maßnahme nach: Geisterrennen!

Formel 1: Geisterrennen als letzter Ausweg?

Formel-1-Boss Chase Carey prüfe derzeit „ernsthaft“ ein Szenario, in dem Weltmeister Lewis Hamilton, Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. ohne Fans um WM-Punkte kämpfen, berichtet die BBC. So könnte die derzeit ruhende Saison im Zuge der grassierenden Pandemie doch noch irgendwie gerettet werden. Und wieder ein bisschen Geld in die Kassen der Rennserie und der klammen Teams fließen.

Ein weiteres Thema bei einer Krisen-Videokonferenz zwischen den Teamchefs, Carey sowie Weltverbands-Präsident Jean Todt: die Budgetobergrenze. Um Rennställe vor der Pleite zu retten, könnte die ab der Saison 2021 geltende Kostendeckelung weiter gesenkt werden - von 175 Millionen Dollar (rund 161 Millionen Euro) pro Jahr auf 150 Millionen Dollar.

+++ Formel 1: Irrer FIA-Hammer! Sebastian Vettel und Co. dürfen ab sofort nicht mehr…. +++

Besonders Ferrari soll sich nach übereinstimmenden Medienberichten allerdings dagegen gewehrt haben, die Summe sogar auf 125 Millionen Dollar zu beschränken. Die Scuderia argumentiert, dass sie hohe Forschungs- und Entwicklungskosten aufbringt, die die kleineren Kundenteams nicht hätten. Die Regel soll eingeführt werden, um mehr Chancengleichheit und damit spannendere Rennen zu schaffen.

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Doch mittlerweile wären die Bosse ja froh, wenn in diesem Jahr überhaupt Rennen stattfinden würden. Denn wie in anderen Sportarten entgeht auch der Formel 1 ohne Betrieb jede Menge Geld. Die Zahlungen der Streckenbetreiber fehlen, Einnahmen von TV-Sendern und Sponsoren bleiben teilweise aus. Die Formel 1 setzt daher alles daran, 2020 so schnell wie möglich wieder auf die Strecke zu gehen.

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Die Rennställe und ihre Piloten 2020:

  • Mercedes: Lewis Hamilton, Valtteri Bottas
  • Ferrari: Sebastian Vettel, Charles Leclerc
  • Renault: Daniel Ricciardo, Esteban Ocon*
  • Red Bull: Max Verstappen, Alexander Albon
  • Alfa Romeo: Kimi Räikkönen, Antonio Giovinazzi
  • Alpha Tauri (vorher Toro Rosso): Pierre Gasly, Daniil Kwjat
  • Williams: George Russell, Nicholas Latifi*
  • Haas: Kevin Magnussen, Romain Grosjean
  • McLaren: Lando Norris, Carlos Sainz

* = Debütant

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Formel-1-Chef Carey hofft auf 15 bis 18 Rennen

Carey, der in Coronazeiten auf 20 Prozent seines Gehalts verzichten soll, hofft noch auf 15 bis 18 Rennen. Denn um nicht massive Einbußen bei den TV-Einnahmen zu riskieren, muss der Manager in der Saison 15 Grand Prix auf die Beine stellen. Doch die ersten acht von 22 geplanten Rennen sind bereits abgesagt oder verschoben worden, nach aktuellem Stand soll die Saison am 14. Juni in Kanada beginnen, doch das Rennen wackelt - ebenso wie die danach in Frankreich und Österreich.

>> Formel 1: Komplett-Abbruch? Ecclestone schockt Motorsport-Fans

Als derzeit realistischster Einstieg - womöglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit - gilt der Große Preis von Großbritannien in Silverstone (19. Juli). Sieben der zehn Teams betreiben ihre Fabriken im Umkreis der Traditionsrennstrecke, die Reisetätigkeit - und damit das Infektionsrisiko - würde einigermaßen in Grenzen gehalten.

Alexander Wurz, Präsident der Fahrergewerkschaft GPDA hofft, dass nicht sogar auf den Acht-Rennen-Notfallplan (Mindestanzahl für eine WM) zurückgegriffen werden muss. Der Österreicher rechnet damit, dass im Motorsport schneller wieder der Betrieb aufgenommen werden kann als etwa im Fußball. „Alle haben Handschuhe, Helme an“, sagte Wurz dem ORF: „Selbst die Mechaniker beim Boxenstopp. Man hat keine wirkliche Nähe.“ Und die Fans müssen im Fall der Fälle vielleicht auch erst einmal draußen bleiben. (dso/sid)

 
 

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