Die Russen sollten so gehen, wie sie zu Olympia kamen

Vyacheslav Voinov tritt im Eishockey für die Olympischen Athleten aus Russland an.
Vyacheslav Voinov tritt im Eishockey für die Olympischen Athleten aus Russland an.
Foto: Getty
  • Das IOC muss eine schwierige Entscheidung treffen
  • Soll der Bann Russlands enden?
  • Das Gremium wäre gut beraten, Härte zu zeigen
  • Ein Kommentar

Das IOC steht derzeit vor schwierigen Entscheidungen: Soll der Bann Russlands enden? Sollen Sportler, die als Athleten aus Russland in Pyeongchang antreten, bei der Abschlussfeier wieder russische Farben zeigen dürfen?

Nein, auf keinen Fall. Es hat wieder einen russischen Dopingfall gegeben, lautet kurz die eine Antwort. Die andere: Doch, die Athleten, die an den Wettkämpfen teilnahmen, haben den geforderten Kodex befolgt. Baut den Russen eine Brücke.

Dass sich das IOC in dieser missliche Lage befindet, entweder saubere Sportler in aller Welt oder die russische Staatsmacht zu verprellen, hat es sich freilich selber zuzuschreiben. Im Bemühen, sich auf politischen Parkett keine Feinde zu machen und sein milliardenschweres Geschäft nicht zu beschädigen, handelt es wie immer: Die Funktionäre reagieren traditionell nur, wenn es gar nicht mehr anders geht. Auch unter dem Deutschen Thomas Bach wirkt das IOC weiterhin meist wie ein Getriebener.

Ein symbolischer Akt

Das IOC mag zwar die Rechte an den Olympischen Spielen besitzen, sie gehören aber den Sportlerinnen und Sportlern. Deshalb wäre das Gremium gut beraten, Härte zu zeigen. Der allein symbolische Akt, Russland konsequent bis zum Ende der Spiele zu bannen, wäre ein gutes Signal, dass das IOC es diesmal wirklich ernst meint.

Wenn russische Sportler so gingen, wie sie kamen, wäre es noch mehr. Es wäre Anerkennung aller sauberen Sportler, ob sie nun in Pyeongchang gestartet sind oder sich auf Spiele in Tokio oder Peking vorbereiten. Am Ende ist es also doch eine einfache Entscheidung.

 
 

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