ARD-Hammer! Umstrittene Sport-Übertragungen kehren ins Erste zurück

Die ARD nimmt Boxen wieder ins Programm auf.
Die ARD nimmt Boxen wieder ins Programm auf.
Foto: imago images/Noah Wedel

Wann hat die ARD das letzte Mal einen Boxkampf ausgestrahlt? Keinen Schimmer? Hatten wir auch nicht! In Zeiten von Pay-TV-Anbietern und Streaming-Diensten scheint der Großteil der Zuschauer gar nicht mehr wirklich wahrzunehmen, wo er dem Sportevent gerade zuschaut.

Dass es mindestens fünf Jahre her sein soll, dass Boxfans einen Kampf in der ARD verfolgt haben, ist eigentlich undenkbar – aber tatsächlich Fakt. Als Jürgen Brähmer den Polen Pawel Glazewski am 6. Dezember 2014 niederstreckte, bedeutete das gleichzeitig das Aus des Boxens im Ersten.

Die ARD verlängerte den Vertrag mit dem Sauerland-Stall, der seit 2000 bestanden hatte, nicht, denn die Einschaltquoten sanken und die Kosten waren infolgedessen zu hoch. Zehn Millionen Euro jährlich sparte der Sender fortan jährlich ein. Doch jetzt sind die Verantwortlichen offenbar wieder bereit, in den Boxsport zu investieren.

ARD: Bald wieder Boxen im Ersten?

Und damit folgt die ARD dem Vorbild des ZDF. Das „Zweite“ hatte Ende 2019 nach neun Jahren sein Box-Comeback gewagt, zeigte im vergangenen November den Kampf zwischen Artem Harutyunyan und Islam Dumanov. Sportchef Thomas Fuhrmann betitelte die Ausstrahlung als „Experiment“.

Was sich die öffentlich-rechtlichen Sender vom Box-Comeback erhoffen, ist klar: hohe Einschaltquoten. Es klingt noch immer unglaublich, dass mehr als 18 Millionen Zuschauer 1995 vor dem Fernseher saßen, als Axel Schulz gegen Frans Botha um den WM-Titel kämpfte – 68 Prozent aller deutschen TV-Zuschauer schalteten damals RTL ein.

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Doch auch nach der Jahrtausendwende rissen sich die Sender hierzulande um die Rechte an Boxkämpfen – allen voran mit Beteiligung von Schulz oder den Klitschko-Brüdern Vitali und Wladimir. Als Zweiterer am 29. April 2017 gegen den 14 Jahre jüngeren Anthony Joshua ein letztes Mal den Ring betrat, saßen noch einmal 9,6 Millionen Menschen vor dem Bildschirm. Seither hat es auch bei RTL keinen Boxkampf mehr zu sehen gegeben.

ARD, ZDF und RTL: Boxen zu brutal?

Neben sinkenden Einnahmen war durch die Bank auch Ablehnung ein Grund dafür, dass ARD, ZDF und RTL dem Boxsport irgendwann den Rücken kehrten. „Es ist kein Geheimnis, dass bei den Räten ein mehrheitlich kritisches Verhältnis zum Boxsport besteht“, sagte etwa Programmdirektor Volker Herres der Deutschen Presse-Agentur zum ARD-Abschied.

Nun also die Rolle rückwärts. Laut übereinstimmenden Medienberichten hat sich das Erste den Fight zwischen dem Doppel-Weltmeister im Halbschwergewicht (IBO, WBA), Dominic Bösel, und dem Australier Zac Dunn am 28. März in Magdeburg ausgesucht.

Dem Vernehmen nach ist der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) für das Comeback verantwortlich. Seit 2015 beschert das Format „Sport im Osten – Boxen live“ dem Sender regelmäßig gute Einschaltquoten. Wenn Bösel seinen IBO-Titel verteidigt, werden diese bei der ARD darüber entscheiden, ob der Boxsport in Zukunft vielleicht doch wieder regelmäßig einen Platz im Programm erhält.

DAZN zeigt viel Boxen

Die großen internationalen Box-Kämpfe laufen zurzeit bei DAZN. So zeigte der Streamingdienst beispielsweise die beiden Kämpfe um den Schwergewichtstitel zwischen Anthony Joshua gegen Andy Ruiz. Das Angebot bei DAZN im Bereich Boxen ist zahlreich. Auch die Kampfsportart Mixed-Martial-Arts (MMA) hat bei DAZN seinen Platz. (sts)

 
 

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