Sky verliert Exklusiv-Fußball - Live-Rechte müssen aufgeteilt werden

Michael Ryberg
Der Pay-TV-Sender Sky verliert Exklusiv-Fußball.
Der Pay-TV-Sender Sky verliert Exklusiv-Fußball.
Foto: firo Sportphoto / Jürgen Fromme
Exklusiv beim Pay-TV-Sender Sky alle Spiele und alle Tore der Fußball-Bundesliga – das dürfte ab Spätsommer 2017 der Vergangenheit angehören.

Essen. Exklusiv alle Spiele der ersten und zweiten Bundesliga bei Sky – damit ist es zur Fußball-Saison 2017/18 vorbei. Das Bundeskartellamt hat sich mit der Deutschen Fußball-Liga laut „Spiegel“ vor der nächsten Rechtevergabe, die von April bis Mitte Juni laufen soll, darauf verständigt, dass ein Anbieter nicht mehr allein die Übertragungsrechte für sich beanspruchen darf.

Welche Konsequenz das für Sky hat, das aktuell 468 Millionen Euro pro Saison für 306 Exklusivspiele hinlegt? Aus München gab es dazu nur dies: „Kein Kommentar, wir warten ab.“ Es muss nach Informationen dieser Zeitung allerdings nicht dazu kommen, dass Fußballfans künftig zweimal eine Monatsgebühr zahlen, um alle Partien sehen zu können. Oder gar zwei verschiedene Decoder brauchen. Jener Anbieter, der sich möglicherweise alle Spiele einer Saison für das Fernsehen sichert und ausstrahlt, muss (mindestens) ein Drittel dieser Partien der Konkurrenz für Übertragungen im Internet und über Mobilfunkgeräte wie Smartphones oder Tablets überlassen. Das würde aktuell die mobile Plattform „Sky go“ betreffen, wo derzeit alle Bundesliga-Spiele live zu sehen sind.

Denkbar ist auch, dass sich zwei oder mehrere Anbieter die Bundesliga-Livespiele für das Fernsehen sowie im Internet oder mobil teilen. Interessenten an den Paketen gibt es offenbar genug. Die Deutsche Telekom mit dem Internet-Angebot „Entertain“ ist ebenso dabei wie der US-Konzern Discovery mit „Eurosport“ oder der bereits bei der Ligue 1 in Frankreich aktive Al-Jazeera-Ableger „beIn Sports“.

Aber auch die Perform Group des britisch-russischen Investors Len Blavatnik, die Sky für die neue Saison bereits die Live-Rechte an der englischen Premier League für Deutschland weggeschnappt hatte. Arsenal, Liverpool, Manchester United und Co. werden ab Spätsommer erst einmal nur über die Internet-Plattform Spox.com zu sehen sein. In welcher Form und ob gegen Gebühr, ist noch offen.

Konkurrenz für Sportschau

Zum Zug im Bundesliga-Bieterwettstreit für das Internet und mobile Plattformen könnten auch Netz-Giganten wie Google, Apple oder Amazon kommen. Für die Zweitverwertungsrechte im freien Fernsehen muss sich die ARD und ihre Sportschau offenbar auf RTL als Konkurrenzbieter einstellen.

Ziel der Deutschen Fußball-Liga ist es, für die Rechte zwischen 2017 und 2021 die Milliarden-Marke zu knacken. Aktuell gibt es für die 36 Profiklubs pro Saison 663 Millionen Euro aus der deutschen Medienvermarktung, 154 Millionen aus dem Ausland kommen hinzu.