BVB-Trainer Klopp platzt der Kragen - ZDF-Interview abgebrochen

Jürgen Klopp war nach der 0:3-Niederlage des BVB bei Real Madrid sichtlich entnervt. Auf Fragen des ZDF-Moderators Jochen Breuer reagierte der Trainer von Borussia Dortmund mit patzigen Antworten.
Jürgen Klopp war nach der 0:3-Niederlage des BVB bei Real Madrid sichtlich entnervt. Auf Fragen des ZDF-Moderators Jochen Breuer reagierte der Trainer von Borussia Dortmund mit patzigen Antworten.
Foto: getty
Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat bei einem TV-Interview im ZDF-Studio erneut die Fassung verloren. Weil ihn die Fragen des Moderators Jochen Breyer nervten, reagierte der BVB-Coach mit patzigen Antworten. Auch Co-Moderator Oliver Kahn bekam sein Fett weg.

Essen. BVB-Trainer Jürgen Klopp ist mal wieder der Kragen geplatzt: In einem Interview mit dem ZDF nach dem 0:3 des BVB gegen Real Madrid ist er so genervt von den Fragen des Moderators Jochen Breyer, dass er das Gespräch abbricht. „Sind wir fertig?“, fragt er - und lässt die verdutzten Moderatoren Jochen Breyer und Oliver Kahn stehen.

Was hat Klopp so auf die Palme gebracht? Gleich drei Fragen zum Thema Lewandowski sind dem Trainer offensichtlich übel aufgestoßen. "Haben Sie sich dabei ertappt: Wie wäre es gelaufen, wenn Lewandowski dabei gewesen wäre?", fragt der ZDF-Moderator Jochen Breyer. "Nein ich bin doch kein Idiot", so die harsche Antwort. Doch Breyer lässt nicht locker. "Hatten Sie eine Vorahnung, dass es schwierig wird ohne Lewandowski?" Daraufhin verfinstert sich die Miene des Fußball-Trainers sichtlich. "Also für mich nicht", meint er.

"Die Sache ist durch, oder?"

Endgültig entnervt ist Klopp bei der dritten Frage mit Lewandowski-Bezug. Im vergangenen Jahr habe Lewandowski beim 4:1 die Tore gemacht. Doch selbst dieses Ergebnis würde ja jetzt nicht mehr reichen. "Die Sache ist durch, oder?", will Breyer wissen. Klopp kontert sichtlich sauer: "Wie könnte man mir Geld überweisen für meinen Job, wenn ich sagen würde, das ist durch? Ich wäre genauso doof, wenn ich sagen würde, wir hauen sie weg."

Der BVB-Trainer scheint selbst zu merken, dass er sich nun besser im Zaum halten sollte: "Ich möchte nicht schon wieder mit jemandem im ZDF-Studio aneinandergeraten." Aber auf doofe Fragen, könne er auch doof antworten. Danach imitiert er mit ironischem Unterton eine Interviewsituation: "Herr Klopp, ist das durch?", fragt er sich selbst. "Ja, aber wir müssen noch mal ran." Dann reicht es ihm: "Sind wir fertig?" Breyer antwortet etwas konsterniert: "Wir sind fertig, Sie dürfen gehen."

Daraufhin knallt Klopp das Mikro aufs Stehpult und klopft zum Abschied Oliver Kahn auf die Schulter. "Super heute, wir zwei Olli". Dabei hatte der einstige Torhüter des FC Bayern München dem BVB-Trainer keine einzige Frage stellen können. Auch Breyer erhält noch einen Schulterklopfer sowie einen unverständlichen Spruch. "Wir sehen uns, aber wohl nicht im Halbfinale", ruft ihm Breyer noch hinterher. Danach ist Klopp verschwunden.

"Man muss auch Verständnis haben für Klopp"

Zurück bleibt ein verdutzt wirkendes Moderatoren-Duo Breyer/Kahn. Der ehemalige Welttorhüter wirbt für Verständnis für den erneuten Ausraster von Jürgen Klopp. "Man muss auch Verständnis haben für Klopp." Er sei ein emotionaler Trainer.

Es ist nicht das erste Mal, dass Jürgen Klopp mit Reportern des ZDF aneinander geraten ist. Bei der vergangenen Champions-League-Übertragung hatte er sich mit Oliver Kahn eine verbale Auseinandersetzung geliefert. Bei einer ZDF-Reporterin hatte er sich seinerzeit für sein patziges Verhalten entschuldigt.

Das Interview ist in der Mediathek des ZDF abrufbar.

Viel Verständnis für Jürgen Klopp im Netz 

Viel Verständnis erntet Jürgen Klopp im Netz. Das Thema war am Morgen eines der Hauptthemen auf Twitter. Nutzer bemängeln vor allem die Qualität des Interviews.

Norbert Crunch meint: „Macht der Breyer ein Praktikum beim ZDF? Diese Interviewqualität kennt man sonst nur von Lanz. Ich bewundere, dass Klopp ruhig blieb.“ Andre Duda: „Der Breyer hat dem Klopp eine dumme Frage gestellt und da gab Klopp kloppomatisch eine bekloppte Antwort! Es war ein Kloppsignal!“ CubeRider postete: „Der Breyer soll sich lieber wieder um seinen Posten in der Schülerzeitung kümmern!“

Für den Abbruch des Interviews haben die meisten Verständnis. Bernd Bike ist der Meinung: „Klopp hat super reagiert. Breyer liegt voll in der Linie der vollkommen inkompetenten Moderatoren wie Katrin Müller-Hohenstein und Kommentatoren wie Bela Rethy im ZDF.“ Gargulon fragt: „Wollte Breyer Klopp zum Aufgeben überreden oder was war das?“

"Unterste Schublade und absolut frech"

Der Pep-Flüsterer fand die Fragen von Jochen Breyer unverschämt: „Von dem Breyer war das unterste Schublade und absolut frech. Ist für mich eine Privatfehde mit Klopp“, postete er. Der User DomBVB91 vermutet gar System hinter der Fragestellung des ZDF-Interviews: „Ich hab gerade noch mal dieses Interview von Breyer, Kahn und Klopp gesehen. Das ZDF ist in letzter Zeit echt auf einem Anti-BVB-Trip.“

Meinungen wie die von Marco Ries sind selten: „Da war ja wieder was los beim ZDF-Sport. Doofe Frage, ja – aber Klopp reagiert halt auch wieder wenig souverän.“ Captain Otto: „Oha, obwohl ich Kloppo nicht mag, hätte ich es ihm gegönnt, wenn er dem Breyer eine gezogen hätte.“ Hagen Meyer spottet ebenfalls über das ZDF und zieht einen Vergleich: „Verstehe die Aufregung um Breyer nicht. Hat doch jeder so gedacht! Lanz hätte gefragt "Sind Sie jemand, der jetzt sagt, das Ding ist durch?“

 
 

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