Béla Réthy ist nach Reifs Abgang der Letzte seiner Art

Elmar Redemann
ZDF-Kommentator Béla Réthy.
ZDF-Kommentator Béla Réthy.
Foto: imago
Unverwechselbare Originale am Mikrofon werden immer seltener. Die nächste Generation ist stromlinienförmiger - und daher austauschbar.

Essen. Manchmal muss man Mitleid mit den TV-Kommentatoren empfinden. Und zwar immer dann, wenn sie während der Reportage Werbung machen müssen. Bei den Privatsendern meist für ein Gewinnspiel. Beim ZDF hat sich der Kompetenzbereich mittlerweile ebenfalls erweitert. Das Ding heißt „my view“ und ist quasi der Kampf des Jahrhunderts im zweiten Programm.

Unverwechselbare Originale werden seltener

Dank „my view“ kann sich der ZDF-Zuschauer im Internet einmal genau angucken, was er im Fernsehen nicht ganz so deutlich gesehen hat. Das 2:5 durch Birkir Bjarnason aus 16 verschiedenen Kameraeinstellungen, den Schlusspfiff des Halbfinals Frankreich gegen Island aus immerhin noch sieben unterschiedlichen Perspektiven.

Was Béla Réthy wohl von diesem Firlefanz hält? Es ist jedenfalls geradezu drollig, wie sich die Reporterlegende jedes Mal verheddert, wenn er – nicht ganz freiwillig – dazu einlädt, „die ZDF-App anzuklicken“. Oder mit dem Tablet ins „my view“ zu gehen. So in etwa, ganz genau scheint Rethy das nicht zu wissen.

Unverwechselbare Originale am Mikrofon werden immer seltener. Nach dem Abgang von Marcel Reif ist Réthy nun der Letzte seiner Art. Die nächste Generation ist stromlinienförmiger – und daher austauschbar. Oliver Schmidt und Co. wissen aber, was „my view“ ist.