Schwenker und Kiel gehen getrennte Wege

Kiel. Das Kapitel THW Kiel ist für Uwe Schwenker beendet. Der Manager gab am Dienstag vor einer Pressekonferenz nach 16 Jahren seinen Rücktritt beim Rekordmeister bekannt.

Die Ära von Uwe Schwenker als sportlicher Lenker von Handball-Rekordmeister THW Kiel ist nach 16 Jahren beendet: In einer gemeinsamen Presseerklärung gaben der unter Bestechungsverdacht stehende Geschäftsführer und der Klub am Dienstag wie erwartet die Trennung bekannt. Sein Amt werde der 50-Jährige mit sofortiger Wirkung niederlegen.

"Grund hierfür ist ausdrücklich nicht der gegen ihn erhobene Vorwurf von Spielmanipulationen, für die es auch nach Einsicht in die Ermittlungsakten keine belastbaren Beweise gibt", heißt es in der von Schwenker sowie Gesellschafter-Sprecher Georg Wegner und Beiratsvorsitzender Ulrich Rüther gezeichneten Mitteilung, die kurz vor einer Pressekonferenz veröffentlicht wurde.

"Indizien für finanzielle Unregelmäßigkeiten"

Vielmehr sei es das Ziel, den sportlichen Erfolg der Mannschaft des THW Kiel nicht zu gefährden und den Verein vor weiterem Schaden zu bewahren. Allerdings habe Schwenker in einem Gespräch mit den THW-Gremien nicht die geforderten Antworten geben können. "Es gibt Indizien für finanzielle Unregelmäßigkeiten", sagte Wegner, nachdem der THW in der vergangenen Woche Einsicht in die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft erhalten hatte. Insgesamt 152.000 Euro seien demnnach nicht ordnungsgemäß verbucht worden.

"Wir haben Schwenker aufgefordert, entsprechende Kassenbelege vorzulegen. Aber er ist dieser Forderung nicht nachgekommen und diese Verweigerungshaltung wurde von den Gesellschaftern als auch dem Beirat nicht akzeptiert", so Wegner. Beweise für Geldzahlungen an Schiedsrichter gebe es aber nicht. Schwenker hatte angegeben, sich auf Anraten seiner Anwälte nicht zu den Unregelmäßigkeiten äußern zu wollen bzw zu können. Wegner zeigte dafür durchaus Verständnis ("Wir lassen ihn nicht fallen, wie einen faulen Apfel"), in der jetzigen Situation sei das aber nicht zu akzeptieren.

Schwenker bestreitet Vorwürfe

Der Druck auf Schwenker, gegen den die Kieler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, war in den vergangenen Tagen immer weiter gewachsen. Neben Präsident Andreas Rudolph vom HSV Hamburg sollen sich weitere Belastungszeugen gefunden haben, die Aussagen, Schwenker habe auf Rudolphs Anwesen in Mallorca im Juni 2007 eingestanden, den Champions-League-Sieg des THW Kiel erkauft zu haben. Der Kieler bestreitet alle Bestechungsvorwürfe.

Intern steht er bis Ende Juni noch für die Hilfe bei der Abarbeitung seiner Aufgaben zur Verfügung. Offiziell übernimmt aber Geschäftsstellenleiterin Sabine Holdorf-Schust seine bisherigen Aufgaben.

Für Schwenker endet eine seit 1993 dauernde Erfolgsgeschichte unrühmlich. Der "Uli Hoeneß des Handballs" und frühere Linksaußen des THW machte die "Zebras" als Manager zum deutschen Vorzeigeklub. Unter Schwenker holte der THW elf Meistertitel, fünf DHB-Pokalsiege, drei EHF-Pokalsiege und den nun so ins Gerede geratenen Champions-League-Sieg 2007.

 
 

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