Scharfe Kritik für den Händchenlauf

Foto: Bernd Thissen
Der Hand-in-Hand-Zieleinlauf der Hahner-Zwillinge Lisa und Anna beim Marathon hat in der deutschen Heimat Kritik an der Inszenierung wachsen lassen.

Rio. Der Hand-in-Hand-Zieleinlauf der Hahner-Zwillinge Lisa und Anna beim Marathon hat in der deutschen Heimat Kritik an der Inszenierung wachsen lassen. Im Internet erlebten die 26-Jährigen einen Shitstorm und auch beim Verband stieß die PR-Aktion auf Unverständnis. Auf Platz 81 und 82 liefen die Blondinen satte 21 Minuten nach der Siegerin aus Kenia und immerhin noch acht Minuten hinter der besten Deutschen ins Ziel. Doch die sportlich erfolgreicheren Jemima Sumgong und Anja Scherl gingen bei der Hahner-Inszenierung unter – so der Tenor der Kritiker.

„Unter dem Gesichtspunkt eines sportlichen Wettkampfes ist es nur schwer zu verstehen, dass man händchenhaltend ins Ziel läuft. Das passt nicht zu meinem Bild von einem Wettkampf“, sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Zwischen dem DLV und den sich oft offensiv vermarktenden Zwillingen hatte es schon häufiger Knatsch gegeben. Unter anderem, weil sich die Hahners von Bundestrainer Wolfgang Heinig losgesagt hatten und ihr eigenes Ding machen wollten.