Schalke wirft ein Auge auf Geis

Mainz..  Zwischen Mainz und Gelsenkirchen sind die Transfer-Wege traditionell kurz. Gleich fünf Spieler aus dem aktuellen Kader des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 haben in der Vergangenheit bereits das Mainzer Trikot getragen – umgekehrt gibt es auch drei Mainzer Fußballer mit einer königsblauen Geschichte. Nicht jedem ist der Seitenwechsel gut bekommen, wie das Beispiel Adam Szalai zeigt, den es nach nur einem Jahr auf Schalke direkt weiter nach Hoffenheim zog. Trotzdem werden sie bei Schalke 04 an diesem Freitagabend (20.30 Uhr) im Bundesligaspiel beim FSV Mainz 05 wieder ganz genau hinschauen, wie sich ein Spieler aus den Reihen des Gegners schlägt.

Willensstarker Spieler,

Denn aktuell ist der Mainzer Mittelfeld-Motor Johannes Geis ins Visier der Schalker geraten. Der 21-Jährige gilt als sehr willensstarker Spieler, der zudem noch herausragende Standards schlägt – er könnte Schalke damit mit Qualitäten helfen, die im aktuellen Kader nicht besonders ausgeprägt scheinen. Obwohl sein Vertrag noch bis 2017 läuft, wird Geis derzeit auf dem Markt angeboten; seine Ablösesumme soll acht Millionen Euro betragen. Pikant: Neben Schalke, Leverkusen und Mönchengladbach wird auch Borussia Dortmund ein gesteigertes Interesse an dem Energiebündel nachgesagt. Denn der künftige BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte schon zu gemeinsamen Mainzer Zeiten seinen Spaß an Geis.

Konkrete Gespräche hat es zwischen Schalke und Geis allerdings noch nicht gegeben, und das aus gutem Grund: Noch sind die Gelsenkirchener in der Findungsphase, wer die Mannschaft für die kommende Saison verstärken soll. Mit Jörg Neubauer, dem Berater von Sami Khedira, wird es noch vor dem Saisonende ein entscheidendes Gespräch geben, ob Schalke tatsächlich eine echte Chance auf eine Verpflichtung des Weltmeisters hat.

Das zentrale defensive Mittelfeld, wo Geis und Khedira zu Hause sind, gilt auf der Schalker Baustelle als vordringlich, weil vorhandene Spieler wie etwa Roman Neustädter nicht genug Tempo oder Temperament in sich tragen. Einzig Marco Höger, der seinen Vertrag in Kürze verlängern wird, hat in dieser Saison in der internen Hierarchie einen Sprung nach vorne gemacht. Der hoch veranlagte Leon Goretzka war zu oft verletzt und gilt nun als Hoffnung auf die Zukunft, der zu wenig teamorientierte Kevin-Prince Boateng hat diesen Status längst verspielt. Er wird schon seit Wochen kaum noch eingesetzt, und es wäre schon eine große Überraschung, wenn er an diesem Freitag in Mainz wieder aus der Versenkung auftauchen würde.

Drei Rückkehrer in der Startelf

Denn für Schalke ist diese Saison zwar eine große Enttäuschung, aber sie ist eben noch nicht beendet. „Die Spannung ist schon noch da“, beteuert Trainer Roberto Di Matteo, der zuletzt mit zahlreichen jungen Spielern in der Start-Elf wenigstens ein achtbares 1:1 in Wolfsburg erzielte. In Mainz stehen ihm aber etablierte Kräfte wie die zuletzt fehlenden Matija Nastasic, Eric Maxim Choupo-Moting und Marco Höger wieder zur Verfügung, die vermutlich den Vorzug bekommen werden, um wenigstens den Platz in der Europa League zu sichern.

Denn eine Saison ganz ohne Europapokalspiele mag sich auf Schalke im Moment niemand vorstellen. Sonst wird es noch schwieriger, Leute wie Johannes Geis oder Sami Khedira zu bekommen.

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