Schalke lässt der Wett-Verdacht kalt

Manfred Hendriock Peter Müller
Unter Verdacht: Douglas da Silva, hier gegen Klaas-Jan Huntelaar.
Unter Verdacht: Douglas da Silva, hier gegen Klaas-Jan Huntelaar.

Essen. Die Vorwürfe, dass das Hinspiel gegen Hapoel Tel Aviv unter Manipulationsverdacht steht, lassen Schalke kalt. Schließlich geht es allein um Hapoels Douglas da Silva - und der spielte auffällig schwach.

Wenn sich die Kommissare der Uefa in diesen Tagen noch einmal die Bilder vom Schalker Champions-League-Heimspiel ge­gen Hapoel Tel Aviv (3:1) ansehen, dann werden sie zu dem Schluss kommen: Seinen besten Tag hatte Tel Avivs Abwehrspieler Douglas da Silva an jenem 20. Oktober gewiss nicht.

So ließ sich der 26-Jährige beim 1:0 durch Raúl von einer simplen Körpertäuschung verladen. Mit der Vermutung von heute könnte man auch sagen: Douglas da Silva hat sich nicht gerade gegen die Niederlage seines Teams auf Schalke gewehrt.

Keine Nachfragen der Uefa

Denn die Partie steht unter dem Verdacht der Manipulation. Auf dem Wettmarkt ist es zu Turbulenzen gekommen: Zwölf Millionen Euro sollen zwischen Hongkong, Bangkok und Singapur auf eine Niederlage der Israelis mit mindestens zwei Toren Unterschied gesetzt worden sein. Die Uefa, der offenbar aus der Wettbranche ein detailliertes Dossier zugespielt wurde, prüft die Partie. Im Visier steht Abwehrspieler da Silva, der offenbar erpresst wurde.

Auf Schalke freilich hält sich die Aufregung darüber in sehr überschaubaren Grenzen. Schalke steht ja nicht unter Verdacht. Nachfragen der Uefa sind auf Schalke noch nicht eingegangen: „Ich persönlich habe nichts gehört“, sagte Geschäftsführer Peter Peters am Sonntag auf Anfrage. Und auch im Trainingslager in Belek wurde das Thema bestenfalls registriert – mehr nicht. „Wir beschäftigen uns nicht damit“, so Schalke-Sprecher Rolf Dittrich: „Wir sind ja auch nicht betroffen.“

Note 6 für da Silva

Dennoch ist die Geschichte um diesen Douglas da Silva interessant: Am Tag vor dem Spiel wurde Felix Magath bei der Pressekonferenz von israelischen Journalisten sogar eigens zu da Silva befragt, weil es in Israel Gerüchte gab, dass Schalke an einer Verpflichtung des Brasilianers interessiert sei. Magaths Antwort: Da Silva sei ein guter Mann, so der S04-Trainer höflich zu den Israelis, aber Schalke habe kein Interesse.

Stattdessen sollte da Silva nun zu Red Bull Salzburg wechseln – aber der Transfer liegt auf Eis. Salzburgs Trainer Huub Stevens wird den Profi indes kaum wegen dessen Leistung auf Schalke holen wollen. Das Fachmagazin „kicker“ gab ihm an diesem Abend die Note 6.