Schalke, der BVB und die Preisspirale

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Essen.. 22, 44, 55, 66 – nein, das ist kein neuer Fußballsong der Sportfreunde Stiller, sondern die Preise, die Gelsenkirchen für Gästefans beim Spiel Schalke gegen Dortmund ausgerufen hat.

Und ja,es handelt sich bei den 22,00 € für einen Stehplatz um den gleichen, jämmerlichen Plexiglasverschlag wie immer und nein, auf den Sitzplätzen bekommt man diesmal nicht Freibier und Gratiswurst direkt an den Platz geliefert. Fairerweise muss man sagen, dass in diesen Preisen auch die duch den BVB erhobene Vorverkaufsgebühr enthalten ist. Dennoch, unter dem Strich bleibt eine völlig inakzeptable Preiserhöhung um schlanke 50 Prozent.

Die Entwicklung der Eintrittspreise wird immer klarer und längst ruft nicht mehr nur der HSV völlig abartige Preise für Ticketkategorien aus, in denen man früher oft nicht mal den gleichen Betrag in DM bezahlt hat. Nahezu jeder Verein sieht sich zu Beginn der Sommerpause maximal im mittleren Preissegment des Ligadurschnitts beheimatet und begründet damit „moderate“ Preiserhöhungen. Dass der absolute Geldbetrag, den der Fan von Saison zu Saison mehr zahlen muss, bei gleichbleibendem Prozentsatz der Erhöhung, aber erhöhter Basis immer weiter steigt, erwähnt man lieber gar nicht. Das alleine ist eine Entwicklung, die auf lange Sicht für den Fußball sicherlich ungesund ist und vor allem jüngere und finanzschwache Fans auf Dauer aus dem Stadion drängen wird.

22 € für einen Stehplatz

Hinzu kommen Topspielzuschläge, die leider auch bei fast jedem Verein alltäglich sind. Aber wohl nirgendwo sonst greift man so unverfroren wie in Gelsenkirchen in die Fantaschen und verkündet anscheinend ohne Scham, dass man bei „Sonderspielen“ auch gerne bis zu 50 Prozent mehr berechnet. Das betrifft übrigens nicht nur den Gästeanhang, sondern auch die heimischen Fans.

Das Derby hat für die Finanzjongleure in den Vereinsspitzen anscheinend Versuchsballoncharakter. Hier kann man ziemlich gefahrlos herauskitzeln, welche Preise Fans wirklich bereit sind zu zahlen, ohne Besuchereinbrüche hinzunehmen. Gekauft werden die Karten eh – zumindest bis eine absolute Schmerzgrenze erreicht ist.

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