Schalke 04 wirft Ticketbörse Viagogo raus

Gelsenkirchen. Für viele Schalker Fans war die Nachricht so schön, als hätte ihr Klub am Dienstag, sagen wir mal, Lionel Messi verpflichtet: Schalke hat auf den geballten Protest gegen die Ticketbörse Viagogo reagiert und den Vertrag mit dem Internet-Unternehmen fristlos gekündigt. Offizieller Grund: Viagogo habe sich nicht an die vertraglich festgehaltenen Spielregeln gehalten.

Nach erfolglosen Abmahnungen habe der Klub daher die Reißleine gezogen: „Wir haben Wort gehalten“, erklärte Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst, der für den Deal vor allem bei der Jahreshauptversammlung vor zehn Tagen heftige Kritik einstecken musste. Damals hatte er versprochen, das Verhalten von Viagogo „mit Argusaugen“ zu beobachten. Der Vertrag war erst am 1. Juli in Kraft getreten.

Laut Vereinbarung sollte Schalke in den nächsten drei Jahren insgesamt 3,6 Millionen Euro dafür kassieren, dass Viagogo pro Jahr 3000 Karten mit maximal 100-prozentigem Aufschlag weiterverkauft und alle Ticketverkäufe von Fan zu Fan übernimmt. In der Praxis habe das auch bei anderen Vereinen umstrittene Unternehmen sich aber von Beginn an nicht an vertragliche Regelungen gehalten.

So sollen etwa Karten für das Abschiedsspiel von Raúl am 27. Juli deutlich teurer als erlaubt angeboten worden sein. Schalke wollte sich zu weiteren Details nicht äußern, aber Aufsichtsratschef Clemens Tönnies sprach dem Kurzzeit-Vertragspartner sogar „den Willen“ ab, sich an Vereinbartes zu halten: „Daraus ziehen wir nun die Konsequenzen und beenden das Vertragsverhältnis.“

Viagogo wies auf eine Anfrage dieser Zeitung die Vorwürfe zurück und zeigte sich überrascht. Und das waren auch Schalkes Fans: „Das ist kein Aprilscherz, oder?“, fragte Frank Zellin, der das Gegenbündnis viaNOgo mit gegründet hatte. Und im Internet freute sich ein User über den wieder hergestellten Vereinsfrieden: „Dat is mein Schalke!“