Schaefer scheitert in Köln nicht am Glauben

Frank Lamers
Steht dem 1. FC Köln bald nicht mehr als Cheftrainer zur Verfügung: Frank Schaefer. (Foto: Timm Schamberger/dapd)
Steht dem 1. FC Köln bald nicht mehr als Cheftrainer zur Verfügung: Frank Schaefer. (Foto: Timm Schamberger/dapd)
Frank Schaefer tritt beim 1. FC Köln zum Saisonende zurück. Weil der Trainer bei der Vertragsunterzeichnung gezögert hatte, wurde er als seltsamer Typ dargestellt. Und als Erklärungsmuster wurde sein christlicher Glaube herangezogen. Ein Kommentar.

Essen. Natürlich war es nicht sein christlicher Glaube, der Frank Schaefer dazu veranlasst hat, dem 1. FC Köln mitzuteilen, dass er in der kommenden Saison nicht mehr als Cheftrainer zur Verfügung steht. Auf den anderen Bänken der Bundesliga sitzen auch nicht nur Männer, die an nichts glauben außer an schwarze Zahlen auf ihrem Konto. Das Pöstchen im Fußballgeschäft und ein Leben nach christlichen Werten schließen einander also nicht generell aus.

Schaefer hat das selbst erklärt. Es ist schon länger her. Es scheint schon fast vergessen. Und doch gibt es diese Sätze: „Ich kann nur sagen, dass Profifußball und Glauben sich sehr wohl vereinbaren lassen. Das hat nichts mit meiner Zukunftsentscheidung zu tun.“

Auf sehr verzwickte Weise hat der spektakuläre und von reichlich Kopfschütteln begleitete Schritt Schaefers aber am Ende doch mit ­seinem Glauben zu tun. Weil der Trainer gezögert hatte bei der Vertragsunterzeichnung, wurde er als seltsamer Typ dargestellt. Und als ein Erklärungsmuster für diese Seltsamkeit wurde sein christlicher Glaube heran­gezogen. Aus dem eigenen Verein heraus. Das war absurd. Das war intrigant. Das war schlicht mies.

Dass Schaefer solchen Ränkespielen in Zukunft nicht mehr ausgeliefert sein möchte: Es ist zu verstehen. Und seiner Entscheidung gebührt deshalb: Respekt.