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EM 2012

Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland

15.06.2012 | 18:41 Uhr
Lukas Podolski bestreitet am Sonntag sein 100. Länderspiel.Foto: Patrik Stollarz / afp

Danzig.  Im Juni 2004 debütierte der 19-jährige Lukas Podolski für Deutschland. Acht Jahre später bestreitet er schon sein 100. Länderspiel - am Sonntag bei der EM gegen Dänemark. Der Herzens-Kölner wird immer mit dem Wiederaufbau der Nationalmannschaft aus Ruinen identifiziert werden.

Im weitläufigen Vorbereitungsdomizil in Südfrankreich soll sogar der ansonsten nur durch Frisurprobleme zu erschütternde Tim Wiese beim Golf-Cart-Rasen mit Lukas Podolski am Steuer gestöhnt haben: Poldi, du übertreibst, lass’ es, nicht so wild! Aber richtig böse sei der Torhüter Nummer zwei nicht gewesen, wird aus dem Umfeld der Nationalmannschaft berichtet, lediglich mit Blick auf die EM in Polen und der Ukraine besorgt um die eigene körperliche Unversehrtheit und die des jungen Kollegen.

Gomez bezeichnet Podolski als "Topspieler und Topmensch"

Es gelingt nicht vielen Anekdoten, die blickdichten Zäune zu durchdringen, die das deutsche Ensemble auf Reisen zu begleiten scheinen wie Trikotsets. Wenn aber, dann ist Lukas Podolski meist der Handlungsträger. Er kann seine kleine Welt mit Späßchen in die Verzweiflung treiben wie der Michel aus Lönneberga. Sturmkollege Mario Gomez : „Es gibt schon mal die Faust ins Kreuz.“ Aber er hat auch wie der schwedische Kinderbuch- und Filmheld die Gabe, seine kleine Welt in Ordnung zu bringen. Noch einmal der Sturmkollege: „Lukas ist nicht nur ein Topspieler, sondern auch ein Topmensch.“

Nationalelf
Bender für Boateng - Podolski vor 100. Länderspiel

Joachim Löw muss im letzten Gruppenspiel am Sonntag gegen Dänemark den gelb-gesperrten Jerome Boateng ersetzen. Lars Bender wird den Münchner voraussichtlich vertreten.

Für den Topspieler steht am Sonntag um 20.45 Uhr im ukrainischen Lwiw die 100. Partie mit dem nationalen Ensemble an. Die 100. Partie! Gegen Dänemark. Thomas Häßler (101), Jürgen Kohler (105), Jürgen Klinsmann (108), Franz Beckenbauer (103), Miroslav Klose (118) liegen noch vor ihm. Lothar Matthäus führt das Ranking mit 150 Einsätzen an. Aber der ewige Lothar brauchte 20 Jahre um die Stufen hinaufzuklettern. Podolski debütierte im Juni 2004 im Alter von 19 Jahren bei einer 0:2 verloren gegangenen Auseinandersetzung mit Ungarn unter Ex-Teamchef Rudi Völler. Und am 4. Juni, am Tag der Ankunft in Danzig, am Tag, an dem die Mission EM offiziell eingeläutet wurde, feierte er erst den 27. Geburtstag.

Heimat Nationalmannschaft

Dass der lustigste Vogel aus der nationalen Voliere als ein Großer seines Sports in die Geschichte eingehen wird, ist damit festgeschrieben. Dass er trotz eines ersten Auftrittes in düsterer Zeit immer identifiziert werden wird mit dem Wiederaufbau der Nationalmannschaft aus Ruinen, ist ebenfalls sicher. Für Podolski selbst aber sind Statistiken nicht von Bedeutung. „Es gibt Wichtigeres.“ Und die Nationalelf ist ihm mehr Heimat als Projekt: „Es ist doch keine Frage, dass ich mich hier sauwohl fühle.“

Anhaltend sauwohl, schlicht sauwohl. Irgendwann hat der Kamerad Bastian Schweinsteiger, der ebenfalls 27-Jährige, der Ebenfalls-Lautern-Debütant, einmal gesagt: „Ich bin wahrscheinlich zu oft mit dem Poldi gesehen worden.“ Und was er meinte, war: Dieser Poldi-Schweini-Hype des WM-Sommermärchenjahres 2006 habe ihm geschadet auf seinem Weg zur Führungskraft in der Elite-Auswahl. Schweinsteiger aber wollte in die ernsthafte Rolle hineinschlüpfen. Podolski dagegen handelt nach dem Ich-will-bleiben-was-ich-bin-Prinzip: „Führungsansprüche habe ich noch nie gestellt. Ich freue mich, wenn ich einfach auf dem Platz stehen kann.“

Bundestrainer Löw lobt die neue Disziplin

Ob der Neu-Arsenal-Akteur aber tatsächlich das 100. begehen wird gegen die Dänen, in dieser Partie, die „einfach nur gewonnen“ werden muss, um ins Viertelfinale vorzustoßen? Wie schon so oft in den vergangenen acht Jahren wird darüber spekuliert, ob die spektakulärste Serie in der Historie nicht doch reißen könnte. Schließlich wurde Podolski von Journalisten kritisiert , weil es bei ihm an Offensivaktionen mangelte beim 2:1-Sieg gegen die Niederländer . Bedeutet das nicht…?

Joachim Löw aber lobte die neue Disziplin seines langjährigen Schülers auf dem schwierigen Pfad zu Spiel 103, zum EM-Finale in Kiew. Die Disziplin in einem vom linken Offensiven oft vernachlässigten Fach: der Defensive. Und der Bundestrainer weiß, dass er sich auf Podolski verlassen kann, egal, welche Aufgabe er ihm überträgt, weil der Fußball kann, weil der „stolz und froh ist, den Adler auf der Brust zu haben“. Und die Journalisten wissen auch, dass ihnen etwas fehlen würde, wenn sie ihren Poldi einmal nicht hätten, denn der gebürtige Pole und Herzens-Kölner bringt in jede kleine Welt ein bisschen Freude: „Wenn die Nationalmannschaft ein Klub wäre“, hat er am Freitag erklärt, „dann wäre, das sicher ein Klub wie der FC.“ Und: lachen. 

Lukas Podolski

 

Frank Lamers


Kommentare
17.06.2012
19:35
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von moin-moin | #10

Podolski hat bei dieser EM noch gar nichts gebracht und gehört ausgetauscht gegen Schürrle oder noch eher gegen Reuss!
Sein 100. Spiel sei ihm später gegönnt, jetzt geht es um den Titel, Herr Löw, handeln Sie!

17.06.2012
13:28
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von comember | #9

Wäre schön, wenn mal wieder ein gescheites Spiel von Poldi rauskommen würde. Versuche hat er ja genug.
Vielleicht sollte er auch ein bisschen lauter die Nationalhymne singen (nicht nur mit gechlossenen Lippen). Gilt übrigens auch für unsere Nationalspieler mit Migrationshintergrund.

17.06.2012
13:27
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von unwitz | #8

Auch wenn ich mich über etwas Gladbacher Angriffsschwung (Reus) freuen würde, so muss ich doch feststellen, dass für Löw nach wie vor kein Anlass besteht, die Anfangsformation über den Ersatz von Boateng hinaus zu ändern.

Was die Vakanz in der Hintermannschaft betrifft, hoffe ich auf einen Einsatz von Höwedes. Ein solider, mannschaftsdienlicher Abwehrspieler, der sich jede Einsatzminute verdient hätte.

17.06.2012
12:51
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von GregHouse | #7

Zwei Spiele lang durften die Totalausfälle Podolski und Müller ihr Unwesen treiben, und heute gibts Teil drei? Ach, stimmt, Leistung muß sich lohnen...

17.06.2012
11:40
Stimmt!
von S04CKS | #6

Schürle und Reus wären wohl wirklich die besseren Alternativen.
Mal sehen, was heute passiert.

16.06.2012
11:37
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von Borussenbaer53 | #5

Schöpferische Pause für Müller und Poldi, mit Schürrle und Reus kanns nach vorn mehr Druck geben, die Beiden kennen auch die Richtung zum Tor.
Schmelzer besser nicht,bei Ihm hab ich immer den Verdacht,das er nen Zwillingsbruder zur NM schickt......

Und Kroos sollte packen
Er ist bestimmt nicht der Einzige,der so denkt.
Aber der Einzige, der so blöd ist ,es in die Welt hinaus zu posaunen....

1 Antwort
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von scaptcha | #5-1

Stimme Deinem ersten Absatz voll zu, vielleicht macht Jogi sich ja schon so seine Gedanken ;-))

16.06.2012
10:35
# 3 rotoheb
von westfaIenborusse | #4

Bin ja selbst seit Ur-Zeiten Borusse durch und durch. Nur eins ist mir klar geworden... bei der NM geht es nicht um Vereinsbrillen, sondern um den Erfolg, egal von wem. Fakt ist auch, dass Kloppo aus guten bis sehr guten Spielern eine Mannschaft geformt hat, bei der ein alter Herberger-Spruch zählt: es gewinnen nicht die elf Besten, sondern die beste Elf. Und Löw hat eben eine andere Sicht der Dinge, kann die Besten der Besten zusammenstellen, wie er es für richtig hält. Dazu gehört für mich auf jeden Fall ein Mats Hummels. Für ihn hab ich auch heftig "gekämpft", als es darum ging, Mertesacker oder Hummels. Anders sieht es bei Schmelle aus, der bis jetzt noch keine NM-Klasse bewiesen hat. Und Gündogan sicher auch nicht. Bei Götze weiß Keiner so genau, wo er wirklich steht nach der langwierigen Schambeinentzündung...Kurzum..selbst mit ner BVB-Brille kann ich natürlich, wie jeder Andere auch, sehen, dass es noch Potenzial nach oben gibt. Aber vertrauen wir dem Jogi und gucken mal morgen.

16.06.2012
08:53
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von rotoheb | #3

99 sind mehr als genug!!!!

Poldi - vom Absteiger Köln kommend - spielt schon längere Zeit nicht mehr nationalmannschaftsreif.

Er nimmt sehr guten, starken Spielern den Platz weg und schwächt damit das DFB-Team.

Nebengedanke: Als Poldi mit 19 sein Debüt feierte, kam er auch nicht vom FCB. Warum werden also den Doubelsiegern, die 2 Jahre in Folge gezeigt haben, dass die Bayern Zweiter bzw. Dritter sind, nicht endlich aufgestellt?

Özil und Poldi raus. Lahm kan sich seine Sitzplatzseite auf der Ersatzbank gerne aussuchen. Reus und/oder Götze rein. Schmelzer auf die Außenverteidigerposition ( und kein 6er). Den im Gegensatz zu den Dortmunder Jungs meckernden Kroos sollte Löw nach Hause schicken.

Zumindest sollte das Finale erreicht werden. Und bei den ganzen Bayern in der Startelf ist der Vize doch sicher....

15.06.2012
23:46
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von scaptcha | #2

Stimme meinem Vorredner voll zu. Hoffe, dass Löw für Poldi mal eine Alternative bringt. Poldis Leistungen waren bis jetzt sehr übersichtlich und wir haben sehr starke Jungs, die einen Einsatz verdient hätten, dahinter.

2 Antworten
?
von westfaIenborusse | #2-1

Wie unlogisch, mir an anderer Stelle vorzuwerfen, dass ich Löw und die NM kritisiere, aber selbst mit Steinen werfen...von wegen Glashaus und so...

Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von scaptcha | #2-2

Geht`s noch? Ich kritisiere weder Löw noch die NM, wenn ich mir wünsche, dass mal eine Alternative für Poldi kommt. Ich distanziere mich von Deinen radikalen Äußerungen.

15.06.2012
20:06
Podolski bestreitet sein 100. Länderspiel für Deutschland
von darkblu2006 | #1

Aber das muß ja nicht unbedingt am Sonntag sein ,oder ?? da könnte man Reus ,Schürrle oder Götze bringen ,den was Podolski zz anliefert hat nichts mit Fußball zu tun.

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