Phoenix Hagen steuert auf die Zweite Liga zu

Hagen..  Woche der Wahrheit für Phoenix Hagen: Der sportlich strauchelnde Basketball-Bundesligist steht vor der Zahlungsunfähigkeit und wird nach Informationen dieser Zeitung daher noch in dieser Woche beim Amtsgericht die Planinsolvenz beantragen. Damit soll gewährleistet werden, dass der Spielbetrieb (noch 29 Spieltage) in Eigenverwaltung bis zum Saisonende durchgezogen und die Lizenz erhalten werden kann. Das neue sportliche Ziel lautet: Abstieg in die Zweite Liga (ProA), um sich dort mit halbiertem Budget vom Mühlstein der Altschulden zu befreien und die Rückkehr in die Bundesliga anzustreben.

„Gießen und Würzburg haben es vorgemacht – die ProA ist nicht das Fegefeuer“, lautet die Strategie des Aufsichtsrates rund um den Vorsitzenden Sven Eklöh. Ein Kurs, der mit der Liga, die offenbar keinerlei Interesse hegt, dass sich die Mannschaft fünf Spieltage nach dem Saisonauftakt aus dem Spielbetrieb zurückzieht, eng abgestimmt ist. Mit diesem Schritt einher geht ein Abzug von vier Punkten in der Tabelle.

Zu wenig Geld auf dem Konto

Angesichts des massiven Schuldenabbaus – bis zum Jahresbeginn 2015 hatten sich die Altverbindlichkeiten auf 1,2 Millionen Euro addiert – fehlt inzwischen die Liquidität, um bis Weihnachten die Kosten zu tragen. Das bestätigen die Phoenix-Verantwortlichen der Westfalenpost. Während sich zwischen Juli und Oktober der Kontostand bei Phoenix üblicherweise zwischen 400 000 und 500 000 Euro bewegt, sind es aktuell lediglich um die 150 000 Euro. Das Geld reicht gerade aus, um die Verpflichtungen gegenüber dem Finanzamt, den Sozialversicherungskassen oder auch der Berufsgenossenschaft zu decken: alles Offizialverbindlichkeiten, die oberste Priorität genießen.

Daher geht es für Aufsichtsrat und Geschäftsführung im nächsten Schritt darum, Ausgaben drastisch zu senken. Davon wird zunächst der Spielerkader betroffen sein. Als Insolvenzverwalter agiert ein vom Gericht bestellter Sachwalter, während der Aufsichtsrat alle seine Rechte verliert. Weiterer Grundstein für die Zukunftsfähigkeit des Vereins ist ein Gutachten, das die Machbarkeit des Weges belegt. Geschäftsführer Seidel gibt sich optimistisch, dass mit einem Budget zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Euro ein Wiederaufstieg aus der ProA möglich bleibt.

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