Peters macht Medaillen-Hattrick der deutschen Judoka perfekt

Dimitri Peters (im blauen Anzug) holte die dritte Medaille für die deutschen Judoka.
Dimitri Peters (im blauen Anzug) holte die dritte Medaille für die deutschen Judoka.
Foto: imago
Der 100-Kilo-Mann Dimitri Peters gewinnt nach Ole Bischof und Kerstin Thiele die dritte Medaille für die deutschen Judoka. Sein Sieg gegen den Usbeken Ramsiddin Sajidow brachte dem 28-jährigen Halbschwergewichtler Bronze ein. Heide Wollert hingegen schied schnell aus.

London. Halbschwergewichtler Dimitri Peters hat den überraschenden Medaillen-Hattrick der deutschen Judoka im Olympia-Turnier komplett gemacht. Nachdem an den beiden Tagen zuvor Ole Bischof und Kerstin Thiele jeweils Silber gewannen, schaffte der 100-Kilo-Recke aus Hannover durch einen Sieg durch Festhaltegriff 1:23 Minuten vor Kampfende gegen Ramziddin Sajidow (Usbekistan) die Bronzemedaille.

Ole hat den Bann gebrochen, und was der Dima hier geleistet hat, ist einfach Weltklasse“, sagte Peter Frese auf der Tribüne schweißgebadet dapd. Der Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB) hatte sich „zwei Medaillen erträumt, und nun haben wir schon drei. Unglaublich. Wir hätten bei dem starken Feld hier doch auch mit null heimfahren können.“

Unter den Augen von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin und Großbritanniens Premierminister David Cameron verlor Peters das Halbfinale trotz starker Leistung gegen den Weltmeister Tagir Chaibulajew (Russland) unglücklich nach Kampfrichterentscheid (0:3).

Dickes Lob von Bischof

Peking-Olympiasieger Ole Bischof, der in London neben seinem Ex-Trainer Frank Wieneke (Gold 1984 und Silber 1988) zum erfolgreichsten deutschen Judoka aller Zeiten aufgestiegen war, hatte schon vor dem vorletzten Wettkampftag im ExCel-Center auf seinen im Bundesleistungszentrum Hannover trainierenden Teamgefährten gesetzt: „Er ist der stärkste und kräftigste Judokämpfer, den ich überhaupt kenne. Gegen den muss man erst einmal gewinnen.“

Schlüsselkampf für den Olympia-Debütanten Dimitri Peters, der vor vier Jahren die Qualifikation noch knapp verpasst hatte, war der Auftakt gegen den Olympia-Dritten von Athen, Ariel Zeevi (Israel). „Das ist ein ganz abgezockter Hund, wie Dima den ausgehebelt hat - spitzenmäßig“, sagte Frese. Nachdem diese schwere Hürde nach nur 43 Sekunden Kampfzeit überquert war, gab es für den nervlich manchmal anfälligen Peters kein Verzagen mehr. Der körperlich ebenfalls starke Lette Jevgenijs Borodavko war ebenso chancenlos wie der zu den Top-Favoriten zählende Peking-Dritte Henk Grol, der Sekunden vor Kampfende in die sogenannte Kleine Innensichel (Ko-uchi-gari/Fußtechnik) von Peters geriet.

Wollert: „Hatte ich mir anders vorgestellt"

Dagegen schied die Leipzigerin Heide Wollert in der Frauenklasse bis 78 Kilo nach einem Erstrunden-Freilos in der zweiten Runde gegen die Polin Daria Pogorzelec nach nur 1:33 Minuten sang- und klanglos aus. „Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt“, sagte die Leipzigerin, die zwei Waza-ari (halbe Punkte) nach Wurftechniken gegen sich kassierte. „Ich habe zweimal leichte Fehler begangen und dann geht es beim Judo eben schnell“. (dapd)

 
 

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