Pechstein muss wieder zum Polizeidienst antreten

DerWesten
Claudia Pechstein muss wieder zum Dienst bei der Bundespolizei antreten. Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin wird künftig keine Spitzensportförderung mehr erhalten.

Berlin. Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein wird künftig keine Spitzensportförderung ihres Arbeitgebers Bundespolizei mehr erhalten und muss wieder zum Dienst antreten. Dies bestätigte Christoph Bergner, Staatssekretär im Innenministerium, am Montag in Berlin.

„Ziel der Spitzenförderung der Bundespolizei ist es, die Sportlerinnen und Sportler insbesondere auch auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen vorzubereiten. Dieses Ziel kann mit einer Förderung Frau Pechsteins nicht mehr erreicht werden“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums: „Spitzensportförderung der Bundespolizei dient vor allen Dingen der Förderung junger Talente.“

Pechstein, die derzeit wegen ihres im vergangenen September erlittenen Nervenzusammenbruches krankgeschrieben ist, solle „künftig im normalen Polizeivollzugsdienst der Bundespolizei verwendet“ werden, hieß es weiter: „Bei der Planung ihrer weiteren Verwendung im Polizeivollzugsdienst wurde so weit wie möglich auf ihre persönlichen Umstände Rücksicht genommen. Sie kann allerdings nicht anders behandelt werden als ihre anderen Kolleginnen und Kollegen.“

Pressekonferenz am Dienstag

Pechstein wollte sich auf sid-Anfrage nicht äußern. „Zu Personalangelegenheiten mit ihrem Arbeitgeber erteilt Frau Pechstein keine Auskunft“, sagte ihr Manager Ralf Grengel dem sid. Die fünfmalige Olympiasiegerin will sich am Dienstag auf einer Pressekonferenz zu ihrem bevorstehenden Comeback äußern.

Nach Ablauf ihrer Zweijahressperre wegen überhöhter Blutwerte, während der sie bereits ohne Förderung auskommen musste, wird die 38-Jährige erstmals am kommenden Samstag in Erfurt wieder einen Wettkampf bestreiten. Das Datum, an dem Pechstein wieder zum Dienst antreten muss, nannten weder Grengel noch das Innenministerium.

Pechsteins Verhalten „nicht stilbildend“

Pechstein hatte den Nervenzusammenbruch erlitten, nachdem die Bundespolizei ihr keinen „Sonderurlaub unter Wegfall der Bezüge“ gewährt hatte. Zuvor hatte auch Innenminister Thomas de Maiziere Pechstein kritisiert. „Ich sage es mal so: Eine krankgeschriebene Beamtin hat alles zu tun, ihre Dienstfähigkeit wieder herzustellen“, sagte de Maiziere und bezeichnete Pechsteins Verhalten als „nicht stilbildend“.

Am Mittwoch befasst sich auch der Sportausschuss der Bundestages mit der Personalie Pechstein und ihrem Arbeitsverhältnis. (sid)