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DOSB nominiert erste Athleten für Olympia

31.05.2012 | 18:38 Uhr
DOSB nominiert erste Athleten für Olympia
Sie sind in jedem Fall dabei: DOSB-Chef Thomas Bach (links) und Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann (2.v.l.). Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Frankfurt.  Schon vor der ersten Nominierungsrunde stand fest: Deutschland wird mit dem kleinsten Team aller Zeiten zu den Olympischen Spielen in London reisen. Die ersten Kaderplätze sind nun vergeben.

Klein, aber leistungsstark: Unter diesem Motto will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in London erfolgreich sein. 57 Tage vor dem Auftakt an der Themse nahm das kleinste deutsche Team, das seit der Wiedervereinigung bei Sommerspielen starten wird, Konturen an. Der DOSB nominierte in Beisein von Olympia-Chef Sebastian Coe in Frankfurt/Main 85 Athleten aus elf Sportarten. Unter ihnen sind drei Olympiasieger von Peking 2008: Die Fechter Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink sowie Judoka Ole Bischof. Am 25. Juni und 4. Juli werden die restlichen der insgesamt rund 380 Teammitglieder nominiert, außerdem etwa 200 Betreuerinnen und Betreuer.

„Es kribbelt und die Vorfreude auf London wächst. Unsere Olympia-Mannschaft bekommt mit dieser ersten Nominierung schon ein Gesicht. Diese 85 Athleten stehen für die deutsche Olympiamannschaft. Unter dem Motto „Wir für Deutschland“ werden unsere Sportlerinnen und Sportler Deutschland sympathisch und erfolgreich im härtesten Wettstreit der Olympia-Geschichte repräsentieren“, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach, 1976 in Montreal selbst Olympiasieger im Fechten. Insgesamt sind unter den ersten Nominierten 37 Frauen und 48 Männer.

Deutschland im Basketball, Fußball und Handball nicht vertreten

Nach aktuellem Stand sei davon auszugehen, dass Deutschland in 23 der 26 olympischen Sommersportarten in London vertreten ist, erklärte Michael Vesper, schon bei den Spielen wie 2008 in Peking Chef de Mission. Deutschland wird voraussichtlich nur im Basketball, Fußball und Handball keine Starter stellen. „Auch wenn wir das kleinste Team seit der Wiedervereinigung erwarten, wird es ein leistungsstarkes sein. Es will Erfolg haben und wird Erfolg haben“, sagte Vesper.

Ziel sei es, den in Peking erkämpften Platz in der Weltspitze erfolgreich zu verteidigen. Vor vier Jahren hatte die Mannschaft mit insgesamt 41 Medaillen, darunter 16 Goldmedaillen (zehn Silber, 15 Bronze) hinter China, den USA, Russland und Großbritannien im Medaillenspiegel Rang fünf belegt. Insgesamt gab es damals 440 Nominierte (195 Frauen/245 Männer), 2004 waren es 449 (195/254).

6000 Blut- und Urinproben während der Spiele

Alle mussten vor ihrer Nominierung die vom DOSB-Präsidium verabschiedete Athletenvereinbarung unterzeichnen. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) prüfte, ob sie in jüngster Vergangenheit gegen Dopingbestimmungen verstoßen haben und testet alle im Vorfeld der Spiele noch einmal unangekündigt.

„Der DOSB vertraut darauf, dass die deutschen Athletinnen und Athleten für einen sauberen Sport ohne Doping und Manipulation eintreten“, betonte Thomas Bach: „Wir wollen Erfolg, aber keinen schmutzigen Lorbeer.“ Bei Dopingvergehen werden laut Michael Vesper die Entsendungskosten vom DOSB zurückgefordert. Insgesamt werden während der Spiele 6000 Blut- und Urinproben untersucht. „Die Ergebnisse liegen bereits innerhalb eines Tages vor“, berichtete Vesper, während Lord Coe Spiele „für die Athleten“ versprach: „Ob Schwimmer aus Los Angeles oder Turner aus Peking, unter den Spitzenathleten auf der ganzen Welt ist ein großer Hunger, nach London zu kommen.“

Nach den Spielen wird über die Krise der Ballsportarten gesprochen

Die Rückkehr des deutschen Teams ist schon geplant. Am Mittwoch, 15. August, wird die Mannschaft auf dem Traumschiff Deutschland in den Hamburger Hafen einlaufen und dort hoffentlich von vielen Tausend Menschen gefeiert, ähnlich wie die Wintersportler 2010 nach Vancouer auf dem Marienplatz in München.

Nach den Sommerspielen will Bach die Krise in den Ballsportarten näher beleuchten. Bislang sind nur die deutschen Hockey-Männer und -Frauen für London qualifiziert. Lediglich die Volleyball-Männer des DVV haben noch eine Olympia-Chance nach dem Scheitern von Basketball, Fußball, Handball und Wasserball. „In der Zusammenarbeit mit den Ligen ist Verbesserungsbedarf da. Die Ligen müssen sehen, dass auch sie etwas davon haben, wenn eine starke Nationalmannschaft und Olympiamannschaft antritt“, sagte Bach. (sid)

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2012-05-31 18:38
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