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Der 41-jährige Skispringer Noriaki Kasai will eine Medaille

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Foto: Uwe Zucchi/dpa
Der japanische Skispringer Noriaki Kasai nimmt in Sotschi an seinen siebten Olympischen Spielen teil – ein Rekord für Wintersportler. Bereits vor 20 Jahren gewann er schon einmal Silber – nun will der Japaner beweisen, dass er auch im Alter von 41 noch Medaillenchancen hat.

Sotschi. 

Als Noriaki Kasai im Jahr 1988 sein Debüt im Skisprung-Weltcup feierte, hieß der Erste Sekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in der DDR noch Erich Honecker. Als der Japaner 1992 in Albertville zum ersten Mal an Olympischen Spielen teilnahm, wusste die Mutter des derzeit besten deutschen Skispringers, Andreas Wellinger, noch nicht, dass sie dreieinhalb Jahre später einen Sohn zur Welt bringen würde. Kasai, der ewig junge Flieger, startet in Sotschi zum siebten Mal bei Olympischen Spielen und stellt damit einen Rekord für Wintersportler auf.

Am Freitag (Qualifikation) und Samstag (Entscheidung) will der Profisportler auf der Großschanze beweisen, dass man auch in diesem Alter noch eine Medaille gewinnen kann. Vor 20 Jahren hat er schon einmal Silber geholt, mit der japanischen Mannschaft in Lillehammer. „Ich bin vielleicht etwas älter geworden, aber noch immer jung“, sagt Kasai von sich.

„Noriaki ist ein Ausnahmefall, er sprengt alle Grenzen“

In der Springer-Szene genießt der Japaner höchstes Ansehen. Kaum einer der anderen Weltklasseleute kann sich vorstellen, dass er mit 41 noch so weit von der Schanze ins Tal fliegen kann wie Kasai. „Noriaki ist ein Ausnahmefall, er sprengt alle Grenzen“, sagt Bundestrainer Werner Schuster.

„Er war schon immer mutig, aber jetzt hat er einen jahrelangen Fehler beim Absprung abgestellt und fliegt einfach nur gigantisch. Es ist bewundernswert, was er leistet.“ Und was sagt Kasai selbst zu seinen Aussichten? „Olympiagold habe ich noch nicht. Ich glaube, ich kann das schaffen.“