Neue Impulse

Der Abschied aus Kanada erfolgt erst in ein paar Tagen, denn es steht ja noch ein Spiel an für die deutschen Fußball-Frauen bei dieser WM. Die Partie um Platz drei. Ein irgendwie undankbares Spiel für einen geschlagenen Halbfinalisten. Zumindest wirkt das im ersten Moment so.

Auf den zweiten Blick ist es die Möglichkeit, sich mit einem Sieg aus einem Turnier zu verabschieden, in das man mit den höchsten Zielen gegangen war, in dem man aber gescheitert ist.

So harsch wie das klingt ist dieses Turnier allerdings nicht verlaufen. Deutschlands Fußball-Frauen gehören wieder zu den besten vier Teams in der Welt. Sie haben fünf, sechs, sieben Millionen Menschen zu beinahe nachtschlafender Zeit an die Fernseher gefesselt und mit ihren Leistungen Werbung in eigener Sache gemacht.

Doch so einfach wie einst ist es längst nicht mehr, den großen Erfolg zu landen. Der Europameister hat es beim globalen Kräftemessen schwer. 2011 führte die Bürde des Heimturniers zum tränenreichen Aus im Viertelfinale. Nun wäre gegen die deutlich stärkeren Französinnen dort beinahe wieder Schluss gewesen. Mit Glück rettete sich die Mannschaft von Silvia Neid ins Halbfinale, wo die USA verdient triumphierten.

Deutschland hat sich für die Olympischen Spiele 2016 in Rio qualifiziert. Das ist schön. Danach wird Silvia Neid nach vielen Jahren ihren Platz frei machen. Ob nun die Trainer-Novizin Steffi Jones die beste Wahl ist als Nachfolgerin, bleibt erstmal fraglich. Aber neue Impulse und andere Sichtweisen können den erfolgsverwöhnten Damen sicher auch nicht schaden.

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